14.11.2022

Leas Blog: Studium & Campus

In diesem Blogbeitrag berichtet Lea über ihre Kurse an der University of Newcastle und wie das Studium in Australien im Gegensatz zum deutschen Studium ist. Erfahre ebenfalls, was der Callaghan Campus zu bieten hat, und welche Orte sich am besten zum lernen anbieten.

Studium & Campus

Falls du überlegst an einer australischen Universität ein Auslandssemester zu machen, dich aber fragst, wie das Studieren dort abläuft und welche Kurse es gibt, dann bist du genau richtig in diesem Blog!
Meine Zeit in Newcastle, Australien ist nun leider schon vorbei. Letze Woche reichte ich meine letzten Abgaben ein und warte nur noch auf meine Noten. Ich werde es sicher vermissen hier zu studieren, an den Campus zu gehen und über die Umwelt zu diskutieren oder sich mit Freund*innen auf einen Kaffee zu treffen. Dennoch werde ich es nicht vermissen lernen zu müssen, aber ich denke das kommt nicht überraschend für viele. Ich kann natürlich nur meine eigenen Erfahrungen vergleichen und nur weil es für mich hier sehr viel mehr Aufwand war, heißt das nicht, dass das in deinem Studiengang auch so ist. In Deutschland studiere ich Internationale Gesundheitswissenschaften an der Hochschule Fulda. Wie in sehr vielen Hochschulen gibt es lediglich am Ende eine große Prüfung aber während des Semesters keine weiteren Anforderungen. In Australien bzw. an Universitäten ist das deutlich anders. Um das Semester zu bestehen, werden jede Woche diverse Arten von Abgaben gefordert. So kann es sein, dass von vier Modulen, zwei in einer Woche ein Quiz zu erledigen ist und für zwei andere Module Essays geschrieben werden müssen. Diese Abgaben werden teilweise sogar mehr gewichtet als die eigentliche Prüfung am Ende des Semesters. Es ist dementsprechend sehr wichtig immer am Ball zu bleiben und definitiv nicht zu prokrastinieren (Ich weiß, das ist hart). Was ich damit nicht sagen will, ist, dass die Abgaben schwieriger sind oder vom Niveau viel zu hoch. Es ist lediglich mehr Workload während des Semesters. Generell habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass die ProfessorInnen und TutorInnen sehr großzügig und verständnisvoll sind vor Allem wenn es um Verlängerung der Abgabefristen geht, besonders bei Internationalen Studierenden.

Um euch einen kleinen Einblick in die University of Newcastle zu geben, erzähle ich ein bisschen was über meine Kurse, in die ich mich eingeschrieben habe. Zunächst solltet ihr aber wissen, dass man Kurse wählen kann, die an sich nicht sonderlich viel mit deinem Studiengang in Deutschland zu tun haben. Ich habe diese Chance ausgenutzt und Kurse gewählt, die es so in Deutschland nicht gibt, zumindest nicht das ich wüsste. Meine Module hießen “The Sustainable Society “,  “Environmental Values and Ethics”, “Youth, Crime & Gender” und “Population Health & Health Promotion”. Im Grunde kann man schon ahnen, worum es in den Modulen geht. Sustainable Society und Environmental Values& Ethics behandeln weitgehend die Themen des Klimawandels und der darin inbegriffenen Fleischindustrie, wie es möglich ist nachhaltigr und ressourcen- und umweltfreundlicher zu leben und diverse Theorien über die Weltanschauung. In dem dritten Kurs geht es um die Kriminalität Jugendlicher und wie sie sich über die Jahrzehnte verändert hat. Sexualität, Mobbing und Gender werden unter anderen ebenfalls diskutiert. Mein letzter Kurs hatte tatsächlich etwas mit meinem Studiengang zu tun weshalb ich aber schon fast alles wusste und es somit der einfachste Kurs für mich war. Sehr wichtig zu erwähnen ist, dass in fast allen Kursen (nicht nur in meinen), häufig der Vergleich zwischen Aboriginal bzw. Torres Strait Islander und Non-Aboriginals bzw. Non-Torres Strait Islander gezogen wird. Ich halte es für sehr wichtig sich mit deren Kultur und Geschichte auseinanderzusetzen. Es hat meine Philosophie deutlich erweitert und mir neue Blickwinkel aufgezeigt. Gegeben der Geschichte des Landes, versuchen Australier*innen und besonders auch die Universität damalige Missstände langsam aufzuarbeiten und die Praktiken der First Nation Familien aufzunehmen und anzuwenden. Zusätzlich wird vor jeder Vorlesung dem Land, den Menschen und der Kultur Respekt gezollt. In dem ersten Bild haben wir ein Gedicht behandelt, indem es um Wajaarr (das Land) ging. Wir müssen unserer Welt Ruhe gönnen und nicht alles ausbeuten obwohl wir keinen Nutzen dafür haben. Es geht darum genauso viel, wenn nicht noch mehr, zurückzugeben wie wir nehmen.

Wie ihr sehen könnt, sind die Menschen hier sehr bedacht über Umwelt, Mensch und Natur weshalb ich es außerordentlich genossen habe solche Einsichten zu bekommen und Teil davon zu sein.
Etwas Negatives gab es allerdings: Online Vorlesungen. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich hatte über die Letzen Jahre definitiv genug davon. Einen Kurs „Nutrition 4me“ hatte ich auch aus diesem Grund abgewählt. Die Online Vorlesungen bezog sich auf 3 von 4 Kursen allerdings muss erwähnt werden, dass die Tutorien am Campus stattfanden und man dadurch trotzdem richtigen Kontakt zu seinen Mitstudierenden aufbauen konnte. Die einzige Gefahr besteht nur darin, mit dem Stoff nicht mehr mitzukommen, deshalb wie gesagt, nicht prokrastinieren!
Nicht ausschließlich die Vorlesungen haben mich überzeugt, sondern auch die Campusse. Meine Module fanden am Callaghan Campus statt. Es ist außerordentlich grün dort mit sehr vielen Möglichkeiten draußen zu sitzen und zu lernen. Außerdem gibt es viele Cafés, was für mich persönlich ein Lebensretter war. Anfangs scheint es ein bisschen verwirrend und ich habe mich unzählige Male auf dem Campus verlaufen aber nach einer gewissen Zeit findet man sich zurecht. Ebenfalls habe ich gerne das Schwimmbad auf dem Campus benutzt sowie das Post Office, Bar on the Hill und vieles mehr. Der City Campus-NuSpace- ist ebenfalls schön wobei die Architektur des Gebäudes besonders auffallend ist. Ich habe so gut wie jeden Tag in der Bibliothek im NuSpace verbracht, da die Atmosphäre angenehm zum Konzentrieren ist und man auch viele bekannte Gesichter dort trifft.


Der Beitrag im Dezember wird mein letzter sein. Ich werde über das Thema „Reisen“ schreiben, was für viele womöglich der wichtigste Blog sein wird:D