12.10.2022

Franz' Blog: Unterkunft und Wohnen in Brisbane

Franz verbringt aktuell zwei Semester an der University of Queensland. Welche Wohnmöglichkeiten es in Brisbane gibt, und für welche er und seine Freundin sich entschieden haben, erfährst du in diesem Blogbeitrag.
 

Unterkunft & Wohnen in Brisbane

Während eines Aufenthalts von einem oder zwei Semestern an der UQ oder einer anderen Universität in Brisbane stehen hauptsächlich zwei Wohnoptionen zur Auswahl: entweder man wohnt in einem der zahlreichen privaten Studentenwohnheimen oder man sucht sich auf dem privaten Wohnungsmarkt ein WG-Zimmer oder eine Wohnung (kleine Info vorab: in Australien wird immer ein wöchentlicher Mietpreis angegeben). Bevor ich auf meine Wohnsituation eingehe, gehe ich kurz auf beide Optionen ein.

In den privaten Studentenwohnheimen kann man i.d.R. entweder ein einzelnes Zimmer mit geteiltem Bad und Küche in einer Wohngruppe oder ein eigenes Studioapartment mit Bad und kleiner Küche mieten. Alle großen Wohnheimanbieter, wie Scape und UniLodge, haben auch mehrere Standorte in der Nähe von jedem Campus der großen Universitäten in Brisbane, so dass man entweder nah am UQ Campus in St. Lucia (Hauptcampus mit den meisten Studiengängen) oder in einem zentraleren Stadtteil, wie South Bank oder im CBD, wohnen kann. Die meisten Wohnheime sind wie riesige Apartmenthochhäuser mit eigener Rezeption und manchmal einem Pool und Gym aufgebaut. Generell erinnern mich die Wohnheime in Brisbane an eine viel größere und teurere Version der privaten Studentenwohnheime bei mir in Frankfurt. Beispielsweise kostet ein Zimmer in einer 8er Wohngruppe ca. 300$ pro Woche, was, trotz inkludierter Nebenkosten und Internet, stolze 1200$ im Monat (ca. 800 EUR) sind. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird auch nicht besser, wenn man bedenkt, dass die meisten Zimmer ca. 8 m2 groß sind. Neben der hohen Miete habe ich auch oft von Freunden, die in einem der Wohnheime wohnen, gehört, dass sie Pech mit ihren zufällig zugeteilten Mitbewohnern hatten und sich das Zusammenleben teilweise sehr schwierig gestaltet.

Aufgrund meiner längeren Aufenthaltsdauer und der hohen Preisen für kleine Zimmer wusste ich, dass ich nicht in einem der Wohnheime wohnen wollte. Deshalb hatte ich mich für die zweite Option entschieden und suchte nach passenden Studio oder 1-Bedroom Apartments auf Plattformen, wie Domain.com.au und Flatmates.com.au. Da ich mir die Miete mit meiner Freundin teilen würde, konnten wir uns ein gemeinsames Budget von 400-450$ pro Woche setzen, womit wir vor unserer Ankunft viele passende Wohnungen finden konnten. Leider konnte man vorab keine Wohnungen mieten, da oft eine persönliche Wohnungsbesichtigung vorausgesetzt wurde. Aufgrund der Vielzahl an passenden Wohnungen und neuen Anzeigen dachten wir uns, dass wir trotzdem schnell und unkompliziert eine passende Wohnung nach unserer Ankunft finden würden. Dies stellte sich leider als Trugschluss heraus, da meine Freundin (ich konnte aufgrund von Problemen mit meinem Visum erst später einreisen) schnell feststellen musste, dass es durch die erst wiedergeöffneten Grenzen einen starken Nachfrageüberschuss aus den letzten beiden Corona-Jahren gab und dadurch unzählige Interessenten für jede Wohnung und Zimmer gab. Meine Freundin wohnte vorerst in einem Hostel, in dem es viele andere Austauschstudenten gab, die im Grunde den gleichen Plan wie wir hatten: paar Nächte im Hostel wohnen und schnell privat ein Zimmer oder Wohnung finden. Da sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt erst jetzt anfängt zu entspannen, haben viele am Ende ein Zimmer in einem privaten Wohnheim gemietet.

Glücklicherweise konnte ich meine Freundin schnell in einem freien Zimmer im Elternhaus eines sehr guten Freundes aus Brisbane unterbringen. Da er mit seiner Freundin gerade ein Auslandssemester in Amsterdam macht und seine Eltern auch bis Dezember in Europa sind, konnten wir uns mit den Eltern darauf einigen, dass wir solange auf deren Hund (einem portugiesischen Wasserhund) aufpassen und für nur 260$ pro Woche das ganze Haus (ein renoviertes Queenslander House) mieten können. Mit Blick auf den weiterhin angespannten Wohnungsmarkt und unseren damaligen alternativen Wohnmöglichkeiten sind wir sehr glücklich, dass wir vergleichsweise wenig Miete für ein großes Haus in einem schönen und zentralen Suburb von Brisbane zahlen und uns nicht an eine Wohnung binden mussten, die uns evtl. nicht gefällt und sehr teuer ist (Wohnungen muss man i.d.R. für mind. 6 Monate mieten; Zimmer gibt es teilweise mit kürzerer Mindestlaufzeit).

 

Unterkunft in Brisbane

Im Dezember wollen wir uns ein 1-Bedroom Apartment suchen und hoffen, dass der Wohnungsmarkt entspannter ist als zu Semesterbeginn. Der einzige Nachteil an unserer jetzigen Unterkunft ist, dass wir trotz relativ zentraler Lage ca. 45 Minuten mit dem ÖPNV zum Campus brauchen (in die Innenstadt glücklicherweise nur 20 Minuten). Generell sollte man immer die ÖPNV Verbindungen zum jeweiligen Campus auf der Translink App (der Name des Verkehrsverbunds in Southeast Queensland) vorab anschauen, falls man sich kein Auto hier kaufen will. Denn trotz eines guten und regelmäßigen ÖPNVs in Form von Bussen und Zügen, sind manche Abschnitte von geographisch-nahen Suburbs schlecht mit dem ÖPNV angebunden.