12.10.2022

Rabeas Blog: Unterkunft und Wohnen in Sydney

Rabea studiert aktuell an der University of Technology Sydney (UTS). In diesem Blogbeitrag erzählt sie von ihrer Unterkunftssuche in Sydney, auf was man bei Besichtigungen achten sollte, und warum sie sich gegen ein Studentenwohnheim entschieden hat. 
 

Unterkunft und Wohnen in Sydney

Ich hatte mich früh gegen ein Studentenwohnheim entschieden, da es mir preislich zu teuer war. Da uns von GOstralia bereits gesagt wurde, dass wir uns keine private Unterkunft aus Deutschland heraussuchen buchen, habe ich dafür etwas Zeit nach meiner Ankunft eingeplant. Nach meiner Ankunft in Sydney bin ich für zwei Tage ins Song Hotel Sydney, um nach dem langen Flug etwas runter zukommen. Insgesamt haben mich zwei Nächte in dem 3-Sterne-Hotel mit einem 20% Rabatt A$230 gekostet. Das Song Hotel liegt etwa 20 Minuten von der University of Technology Sydney (UTS) und den Studentenwohnheimen entfernt. Im Nachhinein hätte ich mir lieber für zwei Tage ein Einzelzimmer im Hostel buchen sollen, das wäre günstiger und zentraler gewesen. Danach bin ich für 10 Tage ins WakeUp! Sydney Central. Vom Hostel aus wollte ich meine Wohnungsbesichtigungen starten. Das WakeUp ist ein sehr schönes und sauberes Hostel, welches direkt an der Central Station in Sydney liegt. Da das Hostel nur wenige Minuten von der UTS entfernt ist, haben viele Austauschstudierende ihre erste Zeit im WakeUp verbracht, um sich von dort aus eine Wohnung zu suchen. Das Hostel ist sauber, liegt zentral und die Mitarbeitenden sind nett und zuvor¬kommend. Für ein paar Tage oder Wochen lässt es sich hier gut le-ben. Man hat die Auswahl zwischen einem Doppel-, 4er, 6er, 8er oder 10er Zimmer mit einem Gemeinschaftsbad. Ich hatte mich für ein Bett im 6-Bett-Schlafsaal für Frauen entschieden für A$44 pro Nacht. Natürlich ist ein Hostel nicht für jeden geeignet, allerdings findet man kaum Alternativen für den Preis und die Lage. Von vielen Hostelbewohnern habe ich mitbekommen, dass diese zuvor in anderen Hostels in Sydney gewohnt haben. Im Vergleich zu anderen Unter-künften ist das WakeUp! Sydney Central wohl eine der besten Optionen, wenn man in der Innenstadt kostengünstig und unter sauberen Bedingungen unterkommen möchte. Ein weiterer Vorteil des Hostels sind die vielen Aktivitäten. Neben einer wöchentlichen Stadtführung und einem Pub Crawl hat das WakeUp auch jeden Abend coole und kostenlose Aktivitäten angeboten, wie All You Can Eat Pizza mit Musical Bingo, Wine & Cheese Abende, Beerpong-Turniere oder Karaoke. Teilweise konnte man auch einige Gewinne absahnen, wie Freigetränke oder Verzehrsgutscheine für die Side Bar. Die Side Bar ist ein beliebter Treffpunkt für abends und liegt direkt unter dem WakeUp. Hier kann man jeden Abend mit DJs, Cocktails und Partys rech-nen. Unter der Woche muss man sogar keinen Eintritt zahlen und die Events waren zum Groß-teil ziemlich gut. Mir hat die Zeit im WakeUp sehr gut gefallen und ich kann dieses Hostel je-dem empfehlen, der eine vorübergehende Unterkunft in Sydney in direkter Nähe zur UTS sucht.

Kleiner Disclaimer: Die Wohnungssuche in Sydney ist nicht einfach!

Für mich hat sich die Suche für ein WG-Zimmer schwieriger gestaltet als ich es erwartet habe. Über Flatemates, FlatemateFinder, Gumtree und Facebook bin ich nach meiner Ankunft in Sydney auf die Suche nach einer Unterkunft gegangen. Teilweise sahen die Zimmer in den Anzeigen wirklich toll und wie aus einem Katalog aus und man kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Ich bin daher mit hohen Erwartungen zu meinen ersten Besichtigungen – und wurde mehr als nur enttäuscht. Die Wohnungen waren teilweise nicht nur vermüllt und dreckig, an einigen Stellen konnte man Schimmel an den Wänden sehen, es waren unangenehme Gerüche in den Räumen und Wasserpfützen auf den Böden. Ich wollte mir gar nicht vorstellen, wie sich jemand fühlen muss, der einen Vertrag für solch ein WG-Zimmer aus Deutschland heraus unterschrieben hat, nach einem langen Flug dort ankommt und die Wohnung so vorfindet. Daher war ich sehr erleichtert, dass ich mir die Wohnungen vor Ort anschauen wollte, bevor ich etwas unter-schreibe. Das kann ich auch nur jedem ans Herz legen, der sich selbst ein WG-Zimmer suchen möchte. Ganz so einfach wie in Deutschland ist es in Australien leider nicht und es gibt leider viele Leute, die die Studierenden ausnehmen wollen.

Nach meinen schlimmen Besichtigungen bin ich mit etwas mehr Sorgfalt an die Wohnungssuche. Ich habe darauf geachtet, dass die Fotos auch Wohnungen zeigten, in denen Menschen wohnen. Man sollte also auf den Fotos einen Eindruck von einer bewohnten Unterkunft be-kommen, auf denen auch persönliche Gegenstände zu sehen sind. Meine Erfahrung nach sahen die Wohnungen dann auch meist in echt so aus wie auf den Fotos. Auch habe ich mir keine Zimmer von Anbietern angeguckt, die mehrere Anzeigen online und überall einen Copy-Paste Text genutzt hatten. Ich kann nur empfehlen, sich die Anzeigen genau durchzulesen und auch zu schauen, ob etwas über die anderen Mitbewohner geschrieben wird. Je persönlicher die Anzeige, desto höher die Chance auf ein tolles Zimmer in einer netten WG. Man sollte sich das Profil des Anbieters genau angucken. Meist sieht man direkt, dass es sich um einen Vermieter handelt, der mit falschen Bildern und Behauptungen seine Zimmer vermieten will. Sucht man mit etwas mehr Sorgfalt, findet man auch preiswerte und schöne WG-Zimmer in Sydney! Bei meiner achten Besichtigung bin ich auf meine jetzige Unterkunft in Darlinghurst gestoßen. Schon während der Besichtigung wusste ich, dass ich das Zimmer sofort nehmen will. Daher habe ich der Vermieterin direkt mein Interesse ausgesprochen und einen Termin für die Vertragsunterzeichnung und Bezahlung für den nächsten Tag ausgemacht. Seid ihr euch über eure Rechte als Mieter unsicher, so könnt ihr jederzeit Hilfe bei der Uni erhalten. Aus meiner Erfahrung sollte man sein Interesse für ein Zimmer direkt dem Vermieter aussprechen. Meist hatte man mit mehreren Leuten (teilweise mehr als 20) eine gemeinsame Besichtigung für ein Zimmer. Wer zuerst Interesse zeigt und die Kaution zahlt, bekommt das Zimmer auch. Mein WG-Zimmer be-findet sich in einem Share House, welches ich mit 12 weiteren Leuten teile. Jeweils drei Zim-mer haben ein gemeinsames Bad und das gesamte Haus teilt sich eine Küche. Hört sich erstmal etwas viel an, da aber alle im Haus internationale Studierende sind, kommt man sich tatsäch-lich kaum in die Quere. Für das WG-Zimmer zahle ich A$275 pro Woche, was im Vergleich zum Studentenwohnheim mehr als A$200 weniger pro Monat sind. Außerdem musste ich A$550 Kaution sowie die erste Miete direkt bei Vertragsunterzeichnung zahlen. Private Unterkünfte haben meist eine Kündigungsfrist von zwei Wochen. Man ist also relativ unabhängig und kann das Zimmer dann kündigen, wenn man zum Reisen aufbrechen möchte und ist nicht an einen 6-monatigen Vertrag gebunden.

Das Wohnen in Sydney gefällt mir bisher sehr gut! Zwar muss ich um die 20 Minuten zu Uni laufen, allerdings spare ich dafür viel Geld und habe großartige Gesellschaft von meinen vielen Mitbewohnern. In meiner WG wohnen internationale Studierende aus Brasilien, Malaysia, Thai-land, Deutschland, Frankreich und Japan. Während der Woche sind alle immer ziemlich mit Studieren und Arbeiten beschäftigt und man hat sich meist mittags oder abends zum Kochen oder Quatschen in der Küche getroffen. Dennoch haben wir am Wochenende einige Ausflüge zu den Stränden von Sydney unternehmen können und waren auch das ein oder andere Mal ge-meinsam Bouldern. Leider ist das WG-Leben nicht ganz so easy-going wie in Deutschland, da die meisten WGs eine „No Party, No Smoking“-Policy haben. Wer allerdings nicht danach aus ist jeden Tag daheim zu feiern, der kann in einem Share House eine günstige, zentrale und coole Unterkunft mit internationalem Flair und tollen Mitbewohnern finden.

Zimmer im WakeUp Sydney HostelKüche im Share House

 

Warum ich mich gegen ein Studentenwohnheim entschieden habe

Die UTS liegt im Herzen von Sydney und ist nur wenige Minuten von der Central Station entfernt. Man sollte sich bewusst sein, dass die Studentenwohnheime in unmittelbarer Nähe der Uni daher etwas teurer sind. Wenn man die Preise in Australien mit der monatlichen Miete in einem Studentenwohnheim in Deutschland vergleicht (ab A$320 pro Woche), ist man zunächst erstmal geschockt. Dafür wohnt man inmitten einer Metropole und ist nur wenige Minuten von vielen Attraktionen entfernt. Ich wohne zwar selbst nicht in einem Studentenwohnheim, konnte aber einige meiner Kommilitonen besuchen. Das Yura Mudang ist das einzige offizielle UTS Student Housing. Es gibt aber auch viele Studierende, die in einem der Scape- oder Iglu-Studentenwohnheime wohnen. Diese Wohnheime gehören nicht mehr der Universität und sind daher ein wenig teurer als das Yura. Möchte man in einem günstigen und zentralen Studentenwohnheim wohnen, so ist das Yura die beste Option. Das Studentenwohnheim liegt direkt am Campus und man bekommt ein Zimmer in einer 6er WG ab A$320 pro Woche. Allerdings hat man hier einen Vertrag für ganze 6 Monate. Das heißt, man muss für einige Wochen bzw. Monate nach Semesterende weiterhin Miete zahlen. Wenn man keinen Platz im Yura erhält, stehen weitere Plätze im Scape oder Iglu zur Verfügung. Die Wohnheime schienen alle groß und relativ sauber. Bis auf fehlendes Equipment in der Küche gab es wenig zu beanstanden. Im Yura hatte man in der 6er WG ein eigenes Zimmer und musste sich zwei Badezimmer, zwei Toiletten sowie eine Küche und einen Wohnbereich teilen. Ebenfalls hat man Zugang zu vielen Gemeinschaftsräumen. Diese waren teilweise mit Tischtennisplatten, Billardtischen, Fernsehern und anderen Unterhaltungsmöglichkeiten ausgestattet. Außerdem haben die einzelnen Studentenwohnheime in den ersten Wochen des Semesters viele Aktivitäten für die Bewohner angeboten, damit man die anderen Studierenden und die Stadt besser kennenlernen kann. Das hat vielen das Ankommen und Einleben erleichtert. Ein großer Nachteil neben dem 6-monatigen Vertrag waren die Sicherheitsauflagen, die insbesondere im Yura sehr hoch waren. So durfte man pro Tag nur einen Gast mit ins Wohnheim bringen, der aber nur bis 00 Uhr bleiben durfte. Der Gast musste sich zuvor am Eingang mit seinen Daten anmelden, ein Foto machen und seine Anmeldung vom Gastgeber bestätigen lassen. Außerdem wurden Treffen in den Gemeinschaftsräumen ab 22 Uhr unter der Woche und ab 23 Uhr am Wochenende aufgelöst. Das war leider et-was nervig und man konnte daher auch keine gemeinsamen Partys im Yura feiern. Ich war mehrmals als Besucher im Yura und musste teilweise 20-30 Minuten einplanen, um in das Gebäude als Gast reinzukommen. Meist kamen nämlich viele Besucher zur selben Zeit und dann bildete sich an der Anmeldung eine lange Warteschlange. Wir wussten zwar vorher schon von Sicherheitsauflagen, allerdings wurde es durch die Coronazeit wohl nochmals etwas verstärkt.
Generell ist das Wohnen in einem Studentenwohnheim großartig und man hat immer Leute um sich herum, mit denen man etwas unternehmen kann. Ob man nun auf eigene Faust ein WG-Zimmer sucht, oder sich ein Zimmer in einem Studentenwohnheim nimmt, sollte jeder selbst nach seiner persönlichen Präferenz und dem Budget entscheiden. Meiner Meinung nach hat beides viele Vorteile und man kann überall mit den richtigen Leuten eine schöne und unvergessliche Zeit haben!

WG-ZimmerShare House