Orientierung und Ankunft an der RMIT University

12.04.2023

Orientierung und Ankunft an der RMIT University

Hier ist mein zweiter Blogbeitrag aus Australien. Inzwischen habe ich mich gut in Melbourne eingelebt und es kommt so langsam ein Alltagsgefühl auf. In diesem Post möchte ich einen kurzen Rückblick auf meine Ankunft, die ersten Tage in Australien und die Orientation-Week geben.

Meine Ankunft am Flughafen war leider etwas mühsam, da sich bereits um 7 Uhr morgens australischer Zeit eine lange Schlange an den Einreiseschaltern gebildet hatte. Nach anderthalb Stunden hatte ich es jedoch geschafft und war offiziell in Australien eingereist. Eine Besonderheit ist, dass die australischen Behörden mit großem Aufwand verhindern, dass fremde, potenziell gefährliche Tier- oder Pflanzenspezies von Einreisenden eingeschleppt werden. Daher sollten keine Naturprodukte wie Holz oder Fleisch eingeführt werden. Selbst schmutzige Wanderschuhe können, wie ich selbst erfahren habe, wegen der anhaftenden Erde eine Gefahr darstellen und müssen bei der Einreise gesäubert werden. Wenn man sich bei einem Gegenstand nicht sicher ist, ob er ein Risiko darstellt, sollte man unbedingt die extra dafür zuständigen Mitarbeiter fragen, um das Risiko einer empfindlichen Strafe zu vermeiden.

Vom Flughafen wurde ich von einem kostenfreien Fahrer des RMIT abgeholt. Er brachte mich zu meiner Unterkunft in Carlton, einem Innenstadtbezirk Melbournes. Wie ich in meinem ersten Beitrag erwähnt hatte, hatte ich diese Unterkunft aufgrund ihrer Nähe zum Campus gewählt und würde es jederzeit wieder so machen. Von Tür zu Tür benötige ich zu Fuß etwa 5 Minuten und kann dadurch nicht nur zum Mittagessen nach Hause gehen, sondern auch jegliche Pendelzeit sparen. Ich teile mein Zimmer in der Studentenunterkunft mit einem Mitbewohner aus Singapur, und auch die restlichen Bewohner kommen aus allen Teilen der Welt. Dadurch konnte ich schnell Kommilitonen aus China, Thailand, Indien und Spanien kennenlernen.

 

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Innenstadtcampus des RMIT

 

Der Innenstadtcampus des RMIT besteht aus vielen modernen Gebäuden. Sichtbeton, Sitzgelegenheiten und große Fenster erinnern eher an ein modernes Bürogebäude als an einen deutschen Unicampus. Neben einer riesigen Bibliothek bieten die Gebäude zahlreiche Arbeitsplätze, Clubräume sowie ein Career-, Medical-, Law- und ein Support-Center. Es gibt auch einige Basketballplätze und Studentencafés. Der großzügige Innenhof bietet Platz für Veranstaltungen wie Partys und Messen. Während der Einführungswochen fanden dort der Club-Day und zahlreiche Workshops zum Thema Leben, Arbeiten und Studieren in Melbourne statt. Beim Club-Day präsentierten sich die Studentenvereinigungen des RMIT. Egal ob sportlich, kreativ, akademisch, politisch oder religiös, für fast jedes Interesse existiert ein passender Club. Für eine geringe Mitgliedsgebühr (10-40 $) kann man an vielen Versammlungen und Events teilnehmen. Diese Clubs eignen sich sehr gut, um Freunde zu finden und gleichzeitig ein Hobby zu entdecken oder zu vertiefen. Ich bin dem Surf-Club beigetreten, der beinahe wöchentlich Surf-Trips organisiert und dafür Instruktoren und Ausrüstung zur Verfügung stellt. Außerdem bin ich dem Outdoorclub beigetreten, der neben Wanderungen auch Kanutouren, Canyoning und Wassersport aller Art anbietet. Durch diese beiden Mitgliedschaften habe ich bereits an einem dreitägigen Surf-Camp, einer Nachtwanderung und einem Roadtrip entlang der Great Ocean Road teilgenommen. Ein weiterer Club, dem man unbedingt beitreten sollte und bei dem beinahe alle Studenten Mitglied sind, ist die RUSU - die Studentenvereinigung des RMIT. Diese veranstaltet mindestens einmal pro Woche ein kostenloses Grillen sowie zahllose Partys.

Der Unterricht am RMIT unterscheidet sich grundlegend vom Unterricht an der DHBW. Die wöchentliche Anwesenheit beträgt etwa ein Viertel meines vorherigen Pensums. Dafür wird mehr Wert auf Selbststudium und Abgaben gelegt, weshalb die zwei Wochenstunden Tutorial pro Fach sehr intensiv für Diskussionen und offene Fragen genutzt werden können. Die Online-Plattform Canvas ist der Dreh- und Angelpunkt des Studiums. Über diese Plattform werden den Studenten alle Lernmaterialien sowie Aufgabenstellungen zur Verfügung gestellt. Auch die Abgabe der zahlreichen Assignments erfolgt über Canvas. Diese Abgaben ersetzen bei all meinen Fächern vollständig die aus Deutschland gewohnten Klausuren. Meiner Meinung nach erfolgt die Bewertung dadurch viel sinnvoller, da verschiedene Fähigkeiten abgeprüft werden und die Prüfungsinhalte viel praxisnaher sind. In Digital Marketing besteht unsere Prüfungsleistung zum Beispiel in der Überarbeitung des Onlineauftritts eines real existierenden kleinen Unternehmens, in International Finance müssen wir begründet in Echtzeit mit verschiedenen Währungen handeln. Hier könnten sich deutsche Hochschulen viel abschauen.