24.01.2026
Erfahrungsbericht von Noelle zum Auslandssemester an der Southern Cross University
Noelle war 2025 für ein Auslandssemester an der Southern Cross University in Australien. "Abschließend kann ich sagen, dass mein Auslandssemester an der Southern Cross University eine der wertvollsten Erfahrungen meines bisherigen Studiums war. Ich habe fachlich neue Perspektiven gewonnen, mein Englisch verbessert und vor allem viel über mich selbst gelernt. Die Zeit in Australien hat mir gezeigt, wie gut mir ein Umfeld tut, das Natur, Freiheit und Gemeinschaft verbindet. Auch wenn der Abschied nicht leicht war, nehme ich viele Erinnerungen, Freundschaften und neue Sichtweisen mit nach Hause. Ich nehme aus dieser Zeit nicht nur akademische Erfahrungen mit, sondern auch das Wissen, dass ich mich auf mich selbst verlassen kann, egal wo ich bin. Mein Auslandssemester hat mich nachhaltig geprägt und ich bin sehr dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte."

Universität im Ausland: Southern Cross University
Universität in Deutschland: Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd
Studiengang in Deutschland: Bachelor Grundschullehramt
Belegte Kurse im Auslandsemester:
- Positive Psychology
- English Education: Curriculum and Pedagogy 1
- Gender, Sexuality and Culture
- Foundations of English and Literacy
Mein Auslandssemester habe ich im Rahmen meines Bachelorstudiums Grundschullehramt an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd absolviert. Während meines dritten Bachelorsemesters war ich von September bis Dezember an der Southern Cross University in Australien eingeschrieben, wobei ich insgesamt von Ende August bis Anfang Januar vor Ort war. Rückblickend kann ich sagen, dass sich meine Erwartungen an ein Auslandsstudium nicht nur erfüllt, sondern in vielerlei Hinsicht sogar übertroffen haben. Besonders die Kombination aus einem entspannten Studiensystem, praxisnahen und kreativen Prüfungsformen sowie dem Leben an der australischen Küste hat meinen Aufenthalt zu einer sehr besonderen Erfahrung gemacht.
Die Natur, die Nähe zum Meer und die Möglichkeit, Tiere wie Kängurus oder Quokkas ganz selbstverständlich im Alltag zu sehen, haben mein Erlebnis zusätzlich geprägt. Besonders schön war für mich, dass sich selbst alltägliche Dinge wie Einkaufen oder der Weg zur Uni plötzlich wie etwas Besonderes angefühlt haben, einfach weil sie in einer völlig anderen Umgebung stattfanden. Dinge, die anfangs außergewöhnlich wirkten, wie ein Abendessen auf der Dachterrasse oder Nachmittage am Strand nach den Vorlesungen, wurden schnell Teil einer neuen Normalität. Mein Auslandssemester war für mich sowohl fachlich als auch persönlich sehr bereichernd. Neben dem Studium habe ich die Nähe zum Strand, die bunten Märkte und die vielen kleinen Abenteuer wie Delfinbegegnungen, Freizeitparks mit Wasser- und Holzachterbahnen, Ausritte am Strand sowie Roadtrips besonders geschätzt. Diese Erlebnisse haben den Alltag außerhalb der Universität intensiv gemacht und meinen Aufenthalt nachhaltig geprägt.
Die Vorbereitung auf das Auslandssemester begann früh. Da es sich nicht um einen direkten Austausch zwischen meiner Heimathochschule und der Southern Cross University handelte, habe ich mich als Freemover beworben. Unterstützt wurde ich dabei von der Organisation GOstralia!-GOmerica!, die sich zuvor an meiner Hochschule vorgestellt hatte. Der Bewerbungsprozess war insgesamt gut strukturiert und transparent. GOstralia!-GOmerica! hat mich sowohl bei der Auswahl der Gasthochschule als auch bei den formalen Schritten wie der Bewerbung, der Kurswahl und dem Visumsprozess begleitet. Besonders hilfreich war dabei, dass ich jederzeit Ansprechpartner hatte und Unsicherheiten schnell geklärt werden konnten.
Auch von Seiten meiner Heimathochschule erhielt ich hilfreiche Informationen, insbesondere in Bezug auf die Anerkennung der Studienleistungen und organisatorische Fragen. Zusätzlich habe ich mich privat um Themen wie Flugbuchung, Auslandskrankenversicherung, Unterkunft und Finanzen gekümmert. Rückblickend hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, frühzeitig mit der Planung zu beginnen und sich ausreichend Zeit für organisatorische Schritte zu nehmen. Sehr hilfreich war es außerdem, sich mit Studierenden auszutauschen, die bereits als Freemover in Australien waren und praktische Tipps zu Campuswahl, Stränden, Reisen und dem Alltag vor Ort geben konnten.
Finanziell wurde mein Auslandsaufenthalt durch ein PROMOS-Stipendium unterstützt, wofür ich sehr dankbar bin. Gerade in einem Land wie Australien, in dem Lebenshaltungskosten, Reisen und Freizeitaktivitäten vergleichsweise teuer sind, stellte diese Unterstützung eine große Entlastung dar. Kleinere organisatorische Hürden, wie Probleme bei der Abholung am Flughafen oder kurzfristige Änderungen bei Flügen und Shuttles, traten zwar auf, ließen sich jedoch stets lösen. Gerade die ersten Tage haben mir gezeigt, dass nicht immer alles perfekt geplant laufen muss, um am Ende gut zu werden. Vieles hat sich unterwegs gefügt und wurde schnell zu Erlebnissen, über die man später lachen konnte. Im Nachhinein wurden genau diese Situationen oft zu lustigen Geschichten, die man gemeinsam erzählen konnte, und sie haben mir gezeigt, wie wichtig Gelassenheit und Flexibilität im Ausland sind.
Das Studium an der Southern Cross University unterschied sich in mehreren Punkten deutlich von meinem Studienalltag in Deutschland. Die Einschreibung sowie die Kurswahl verliefen unkompliziert und wurden durch klare Informationsangebote der Gasthochschule begleitet. Mein Hauptcampus war der Gold Coast Campus, zusätzlich habe ich im Laufe meines Aufenthalts auch eigenständig die Campus in Lismore und Coffs Harbour besucht. Besonders der Gold Coast Campus hat mir sehr gut gefallen, da er modern gestaltet ist und eine offene, freundliche Lernatmosphäre bietet. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass das Leben auf dem Campus sehr entspannt, gleichzeitig, aber gut organisiert ist.
Insgesamt habe ich vier Kurse belegt und damit 31 ECTS-Punkte erworben. Zu meinen Kursen zählten Positive Psychology, English Curriculum, Foundations of English Words sowie Gender, Sexuality and Culture. Inhaltlich waren die Kurse abwechslungsreich und stark praxisorientiert aufgebaut. Besonders spannend fand ich, dass der Fokus weniger auf klassischen Klausuren oder langen Hausarbeiten lag, sondern auf sogenannten Assessments, die kreativ und vielfältig gestaltet waren. Dazu gehörten Präsentationen, Portfolioarbeiten, Videos, Reflexionen und Gruppenprojekte. Diese Prüfungsformen haben mir sehr gefallen, da sie unterschiedliche Kompetenzen angesprochen und nicht ausschließlich theoretisches Wissen abgefragt haben. Ich hatte dabei oft das Gefühl, meine Stärken besser einbringen zu können als in klassischen Klausuren, was meine Motivation und mein Selbstvertrauen im Studium deutlich gestärkt hat.
Die Lehrveranstaltungen selbst waren meist interaktiv gestaltet und boten viel Raum für Diskussionen, Gruppenarbeiten und persönliche Reflexionen. Der Kontakt zu den Dozierenden war offen, wertschätzend und unterstützend. Fragen oder Unsicherheiten konnten jederzeit angesprochen werden, und ich habe besonders geschätzt, wie individuell auf unsere Bedürfnisse eingegangen wurde, beispielsweise bei der Abgabe von Assessments oder bei organisatorischen Fragen. Auch die Mischung aus Präsenz- und Onlineunterricht empfand ich als angenehm, da sie den Studienalltag flexibel gestaltete.
Während meines Aufenthalts gab es immer wieder kleinere Herausforderungen, die den Alltag abwechslungsreich und lehrreich gemacht haben. Dazu zählten beispielsweise starke Strömungen an den Stränden, bei denen man schnell abgetrieben wurde, oder Begegnungen mit Blutegeln während einer Wanderung im Regenwald. Auch organisatorische Situationen wie Zugausfälle, spontane Planänderungen oder unerwartete Verzögerungen bei Reisen, etwa bei Shuttles in Neuseeland, gehörten dazu. Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, wie wichtig es ist, flexibel zu bleiben, Verantwortung zu übernehmen und auch in ungewohnten Situationen ruhig zu reagieren. Rückblickend haben genau diese Momente dazu beigetragen, dass ich mich selbst als deutlich selbstständiger und gelassener erlebt habe als zu Beginn des Aufenthalts.
Ein weiterer großer Unterschied zum Studium in Deutschland war die Struktur des Studienalltags. Ich hatte nur an zwei Tagen pro Woche Präsenzveranstaltungen, an zwei weiteren Tagen fanden Online-Vorlesungen statt. Dadurch war der zeitliche Aufwand für die Universität insgesamt gut zu bewältigen und ließ viel Raum für Selbststudium, Freizeit und Reisen. Trotz des vergleichsweisen entspannten Rahmens hatte ich das Gefühl, fachlich viel mitzunehmen, da die Inhalte praxisnah, verständlich und gut aufbereitet waren. Die Southern Cross University bot zudem verschiedene Unterstützungsangebote für internationale Studierende an, darunter Informationsveranstaltungen, Beratungsangebote und Freizeitaktivitäten. Auch wenn ich nicht an allen Angeboten teilgenommen habe, war es beruhigend zu wissen, dass diese Unterstützung jederzeit zur Verfügung stand.
Mein Leben außerhalb der Hochschule hat einen sehr großen Teil meines Auslandssemesters ausgemacht. Ich habe in einer WG in Burleigh Heads gewohnt, die ich über die Plattform Flatmates gefunden habe. Meine Mitbewohner*innen waren zwei Italiener*innen und eine Koreanerin, mit der ich im Laufe der Zeit ein sehr enges Verhältnis aufgebaut habe. Die Wohnung lag nicht direkt am Strand, aber in fußläufiger Nähe, was den Alltag besonders gemacht hat. Morgens zur Uni zu gehen, Palmen zu sehen oder sich vor den Vorlesungen ein Getränk auf dem Campus zu holen, wurde schnell zur Gewohnheit, obwohl es alles andere als selbstverständlich ist.
Neben dem Uni-Alltag habe ich meine Freizeit intensiv genutzt. Dazu gehörten Strandtage, Yoga, gemeinsames Kochen, Marktbesuche und viele Gespräche mit Freund*innen aus unterschiedlichen Ländern. Besonders prägend waren auch die gemeinsamen Abende, an denen man zusammen gekocht, gespielt oder einfach lange geredet hat. Diese ruhigen Momente haben ebenso zum Auslandssemester beigetragen wie große Ausflüge und Reisen.
Während der vorlesungsfreien Zeit habe ich viele Orte in Australien und auch in Neuseeland erkundet. Besonders eindrucksvoll war ein Roadtrip entlang der australischen Küste, bei dem wir unter anderem Byron Bay, Yamba, Coffs Harbour, Newcastle, Sydney und die Blue Mountains besucht haben. Außerdem habe ich mit meinen Freunden für zwei Wochen die Westküste mit Wohnmobilen bereist. Wir haben Strände erkundet, Lookouts besucht, Tiere in freier Wildbahn gesehen und gelernt, auch längere Strecken gemeinsam zu meistern.
In Neuseeland haben wir unter anderem Wanderungen im Hooker Valley und am Lake Tekapo unternommen, den berühmten Wanaka Tree besucht, Jetboot gefahren und Zeit in Queenstown verbracht. Diese Reisen haben mir nicht nur beeindruckende Landschaften gezeigt, sondern auch mein Selbstvertrauen gestärkt und mir geholfen, mich in neuen Situationen zurechtzufinden. Viele der Reisen waren nicht perfekt durchgeplant, was sie im Nachhinein umso besonderer gemacht hat. Spontane Entscheidungen, Umplanungen und kleine Missgeschicke waren Teil des Erlebnisses und haben mir gezeigt, dass nicht alles kontrolliert werden muss. Obwohl ich viele Möglichkeiten gehabt hätte, Einheimische kennenzulernen, habe ich überwiegend Kontakte zu anderen deutschen Studierenden und internationalen Freund*innen aufgebaut. Besonders der enge Kontakt zu einer größeren deutschen Freundesgruppe prägte meinen Alltag. Gemeinsame Strandtage, Kochen, Feiern, Reisen und auch ruhigere Tage haben ein starkes Gemeinschaftsgefühl entstehen lassen. Auch wenn der Kontakt zu Australier*innen insgesamt eher begrenzt blieb, habe ich diese Zeit als sehr wertvoll erlebt, da sie mir soziale Sicherheit, Austausch und viele gemeinsame Erinnerungen ermöglicht hat. Gerade das Gefühl, auch am anderen Ende der Welt nicht allein zu sein, hat den Aufenthalt emotional sehr erfüllend gemacht und mir viel Sicherheit gegeben.
Für zukünftige Studierende kann ich einige praktische Tipps mitgeben. Es lohnt sich, frühzeitig nach einer Unterkunft zu suchen und dabei Plattformen wie Flatmates oder entsprechende Facebook-Gruppen zu nutzen. Beim Reisen empfiehlt es sich, flexibel zu bleiben und nicht alles im Voraus durchzuplanen. Beim Packen sollte man bedenken, dass vieles vor Ort gekauft werden kann, insbesondere Alltags- und Strandartikel. Ein internationaler Führerschein sowie eine gute Auslandskrankenversicherung sind ebenfalls empfehlenswert. Am wichtigsten ist jedoch Offenheit gegenüber neuen Menschen, Kulturen und Situationen.
Abschließend kann ich sagen, dass mein Auslandssemester an der Southern Cross University eine der wertvollsten Erfahrungen meines bisherigen Studiums war. Ich habe fachlich neue Perspektiven gewonnen, mein Englisch verbessert und vor allem viel über mich selbst gelernt. Die Zeit in Australien hat mir gezeigt, wie gut mir ein Umfeld tut, das Natur, Freiheit und Gemeinschaft verbindet. Auch wenn der Abschied nicht leicht war, nehme ich viele Erinnerungen, Freundschaften und neue Sichtweisen mit nach Hause. Ich nehme aus dieser Zeit nicht nur akademische Erfahrungen mit, sondern auch das Wissen, dass ich mich auf mich selbst verlassen kann, egal wo ich bin. Mein Auslandssemester hat mich nachhaltig geprägt und ich bin sehr dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte.





