29.06.2026
Erfahrungsbericht von Lars zum Auslandssemester an der San Diego State University
Lars war 2025 für ein Auslandssemester an der San Diego State University in den USA. "Das Auslandssemester waren definitiv die besten 5 Monate meines Lebens. Persönlich hat mich das Auslandssemester in sofern weitergebracht, dass man aus seiner Komfortzone herauskommt und ganz andere Blickwinkel bekommt."

Universität im Ausland: San Diego State University
Universität in Deutschland: HWR Berlin
Studiengang in Deutschland: BWL
Belegte Kurse im Auslandsemester:
- Fundamentals of Finance
- Principles of Economics
- Financial Literacy
- International Economic Problems
Vorbereitung: Erzähle uns von der Vorbereitung deines Auslandssemesters und warum du dich für deine Uni entschieden hast.
Die Vorbereitung für das Auslandssemester war alles in allem wirklich deutlich entspannter als gedacht.
Was man machen muss bekommt man Step-by-Step von GOstralia!-GOmerica! gesagt bzw. erklärt. Die benötigten Unterlagen hat man dann auch recht schnell zusammen, selbst der Englisch-Test lässt sich heute über Duolingo schnell und preiswert machen.
Das einzige Thema was in der Zeit vor dem Auslandssemester wirklich Nerven gekostet hat war die Wohnungssuche. Für mich war klar, dass ich auf jeden Fall ein Einzelzimmer relativ nah am Campus haben möchte - die andere gängige Option ist direkt in Strandnähe meist in Pacific Beach. Egal für welche Option man sich entscheidet, relativ teuer wird es in beiden Fällen. Ich habe 1300 USD für ein sehr einfaches Zimmer 15 Minuten fußläufig vom Campus entfernt gezahlt. Sehr viele internationals haben im 6nineteen gewohnt oder im Casa Diego - beides sehr zu empfehlen, aber noch eine kleine Ecke teurer.
Die Wahl auf die SDSU fiel im Endeffekt recht schnell. Für mich war in jedem Fall klar, dass es in die USA und nach Kalifornien gehen sollen. Auf die SDSU bin ich aufmerksam geworden, da diese eine Partneruniversität meiner deutschen Universität war. Zudem hat die Uni einen hervorragend Ruf was das Studentenleben angeht.
Uni und Campus: Wie hat dir die Uni gefallen? Wie waren die Kurse, die du belegt hast? Was hast du sonst auf dem Campus unternommen? Hast du Tipps, wie man am besten andere Studierende kennenlernt?
Uni/Campus:
Die SDSU hat auf dem Campus alles zu bieten was es braucht. Alle möglichen Essensmöglichkeiten, Gym, Schwimmbad, Bowling-Bahn und mehrere Rasenplätze, auf denen eigentlich jeden Tag im Semester Fußball, Football oder Spikeball gespielt wird. Ein Highlight ist zudem die eigene Basketball-Arena, die auch als Konzerthalle fungiert (letztes Semester war bspw. Gunna dort). Ansonsten gibt es unter den Palmen auf dem Campus ausgiebige Sitzmöglichkeiten und eine riesige Library (nettes Extra ist das Financial Markets Lab, wo es 12 Bloomberg Terminals gibt. Dort kann man Zertifikate haben die sonst recht teuer sind).
Kurse:
Leider ist man bei der Kurswahl gegenüber den amerikanischen Studenten deutlich benachteiligt und kann erst nach diesen wählen, weshalb einige beliebte schon belegt sind. Ich wollte eigentlich noch Corporate Finance machen, das war aber schon voll. So hatte ich am Ende die oben schon erwähnten Kurse und konnte glücklicherweise alle mit einem A abschließen.
Bei der Kurswahl solltet ihr euch nach Möglichkeit den Freitag komplett freihalten und nach Möglichkeiten auch den Donnerstag- sowie Mittwochabend. Das Wochenende und damit einhergehend Studentenpartys beginnen an der SDSU meist schon am Mittwoch und gehen dann bis Sonntag.
BA 323 - Fundamentals of Finance (Daniel Walsh) - Netter Typ, aber recht langweilig, da er nur von den Folien abliest, aber man weiß dadurch auch genau was in der Prüfung drankommt und kann sich die Vorlesung im Notfall auch mal sparen. Für Leute, die noch nie irgendwelche Finance-Themen hatten, ist das auf jeden Fall kein Selbstgänger.
ECON 102 - Principles of Economics (Thiago de Lucena) - junger, engagierter Typ, aber von der Vorlesungsart recht ähnlich zum ersten. Inhalte echt sehr sehr grundlegend und einfach. Hier kann man recht easy eine gute Note machen.
FIN 250 - Financial Literacy (Andrei Andreev) - Der Professor ist schon älter, ein bisschen verwirrt und der Unterricht ist wirklich langweilig sowohl von den Themen als auch von der Gestaltung. Inhalte recht trivial, aber durch 4-5 Klausuren und Abgaben ist der Aufwand in anderen Kursen geringer. Ich würde es nicht nochmal machen.
ECON 360 - International Economic Problems (Christina Pintado) - Super Professorin mit interessanten internationalen Finance-Background. Inhalte relativ interessant, nicht zu schwer und man bekommt recht leicht eine gute Note. Dieser Kurs ist auf Grund der Professorin absolut zu empfehlen.
Studierende kennenlernen:
Zu anderen internationalen Studenten bekommt man recht leicht durch die Orientierungswoche Kontakt. Zu Amis ist es ein bisschen schwieriger. Zum einen kann man überlegen in eine Frat zu gehen - für ein Semester eher nicht sooo sinnvoll. Ansonsten gibt es einige Veranstaltungen von der SDSU, wenn Freunde von euch mit Amis zusammen wohnen kann man über die ganz gut in amerikanische Kreise reinkommen, aber am einfachsten und Besten ist es beim Sport. Im Gym ist immer wieder Paddel, Federball oder Fußball aufgebaut wo man einfach hingehen kann und spielen kann. Außerdem habe ich mich bei einer Uni-Fußballmannschaft angemeldet und darüber echt coole Kontakte geknüpft.
Stadt und Umgebung: Wie hat dir deine Studienstadt gefallen? Erzähle von deinen Reisen am Wochenende oder in der Semester Break.
San Diego als Stadt ist die perfekte Wahl fürs Auslandssemster, da Sie das Beste aus zwei Welten vereint. San Diego ist eine Großstadt und dementsprechend vielseitige Downtown (etwas was bspw. Santa Barbara komplett fehlt), auf der anderen Seite liegt die Universität in einer etwas entspannteren Gegend ca. 20 Minuten entfernt von der Innenstadt, es gibt viele Möglichkeiten mit entspannten Bars und vielen jungen Menschen außerhalb der Downtown (Pacific Beach ist absolut empfehlenswert) und außerdem bietet San Diego mehrere wunderschöne Strände wie La Jolla. Zum Pflichtprogramm gehören zu dem die Sunset Cliffs, ein Spiel der Padres und das Flugzeugträger Museum.
Wenn man seinen Stundenplan gut legt, dann gibt es von San Diego aus einige gute Reiseziele für Wochenendtrips. Zum einen waren wir einige Male in LA und haben dort unter anderem ein Spiel der LA Lakers geschaut und haben Venice Beach angeschaut - beides absolut sehenswert.
Außerdem ist der Joshua Tree Park National Park nur ca. 2 Stunden entfernt. Dieser ist nice to see aber nicht übermäßig beeindruckend. Ein Tagestrip ist hier völlig ausreichend.
Man muss zudem einmal in den Casinos von Las Vegas spielen und in einen der weltbekannte Clubs feiern gehen.
Einige Studenten sind zudem über die mexikanische Grenze und haben sich Tijuana angeschaut. Dies ist zwar nur eine halbe Stunde entfernt, aber wenn man über die Grenze möchte, dann sollte man Locals oder zumindest spanischsprechende Menschen bei sich haben - hier hatten einige richtig Probleme.
Die beste Zeit einen großen Trip zu machen ist definitiv Thanks Giving. Wir haben dort einen 10 tägigen Roadtrip gemacht. Erst waren wir im Seqoia National Park, anschließend haben wir einige Santa Barbara besucht bevor wir nach San Francisco gefahren sind und zum Abschluss haben wir noch einige Nächte im Yosemite geschlafen. Alle vier Stationen waren wirklich sehenswert, aber Yosemite und San Francisco sollte man sich zu 100% anschauen - das war atemberaubend.
Fazit: Erzähle uns von den Erfahrungen, die du in deinem Auslandssemester gemacht hast und wie es dich in deiner persönlichen Entwicklung weitergebracht hat.
Das Auslandssemester war für mich in vielerlei Hinsicht eine sehr prägende Erfahrung. Alleine in ein fremdes Land zu gehen und sich in einer komplett neuen Umgebung zurechtzufinden, war anfangs herausfordernd, aber gleichzeitig ein großes persönliches Learning. Man wird sprichwörtlich ins kalte Wasser geworfen und merkt schnell, dass man auch ungewohnte Situationen selbstständig meistern kann. Diese Erfahrung hat mir viel Selbstvertrauen für zukünftige Herausforderungen gegeben. Darüber hinaus konnte ich mein Englisch deutlich verbessern und habe gemerkt, wie viel Spaß mir das Arbeiten und Leben in einem internationalen Umfeld macht. Besonders der Austausch mit Studierenden aus unterschiedlichen Kulturen hat meinen Blick erweitert und mir gezeigt, dass ich mir meine berufliche Zukunft gut in einem internationalen Team vorstellen kann. Ein weiterer großer Gewinn sind die vielen internationalen Freundschaften, die entstanden sind. Ich habe heute enge Kontakte in den USA sowie in verschiedenen europäischen Ländern wie den Niederlanden, Großbritannien und Italien. Diese persönlichen und kulturellen Erfahrungen machen das Auslandssemester für mich zu einer wertvollen und unvergesslichen Zeit, die ich jederzeit weiterempfehlen würde.


