27.07.2026

Erfahrungsbericht von Nick zum Auslandssemester an der RMIT University Vietnam

Nick war 2026 für ein Auslandssemester an der RMIT University Vietnam in Saigon. "Durch die vielen internationalen Studierenden habe ich Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern kennengelernt und Freundschaften geschlossen, die mein Auslandssemester besonders gemacht haben."

Universität im Ausland: RMIT University Vietnam

Universität in Deutschland: DHBW Stuttgart

Studiengang in Deutschland: Business

Belegte Kurse im Auslandsemester:

  • Leadership
  • Business in Society 
  • Facility Management and Development

Vorbereitung: Erzähle uns von der Vorbereitung deines Auslandssemesters und warum du dich für deine Uni entschieden hast.

Für mein Auslandssemester habe ich mich für die RMIT University in Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam) entschieden. Ursprünglich wollte ich an eine andere Universität gehen, allerdings waren dort keine Plätze mehr verfügbar. Da ich an der DHBW studiere und aufgrund des Trimester-Modells zeitlich auf ein passendes Semester angewiesen war, kamen vor allem australische und amerikanische Universitäten infrage. Ein Auslandssemester in den USA kam für mich aufgrund der politischen Situation nicht in Frage. Bei meiner Recherche bin ich auf die RMIT gestoßen, die neben ihrem Hauptcampus in Melbourne auch einen Campus in Vietnam hat. 
Die Vorbereitung des Auslandssemesters war insgesamt gut organisiert. Für die Einreise nach Vietnam wird ein Visum benötigt. Die Universität hat den gesamten Prozess sehr gut begleitet und bei allen Fragen unterstützt. Da ich aus Stuttgart komme, musste ich mich an die vietnamesische Botschaft beziehungsweise das zuständige Konsulat in Frankfurt wenden.
Außerdem sollte man sich frühzeitig um den Flug kümmern. In meinem Fall war ein direkt gebuchter Hin- und Rückflug preislich deutlich günstiger als zwei einzelne Flüge.
Ein weiterer wichtiger Schritt war die Kurswahl. Besonders positiv fand ich, dass Austauschstudierende ihre Kurse bereits zwei Wochen vor den regulären Studierenden wählen konnten. Dadurch hatte man eine sehr große Auswahl und konnte seinen Stundenplan optimal zusammenstellen.
Auch die Wohnungssuche verlief unkompliziert. Die Universität stellt eine Liste mit empfohlenen Maklern und Ansprechpartnern zur Verfügung, wodurch die Suche deutlich erleichtert wird. Die meisten internationalen Studierenden wohnen im District 7, dem gleichen Stadtteil, in dem sich auch der Campus befindet. Von dort benötigt man mit Grab (Uber in Südostasien) meist nur fünf bis fünfzehn Minuten zur Universität.
Viele Studierende wohnten in modernen Wohnanlagen mit Pool, Fitnessstudio und Dachterrasse. 
Die meisten Studenten wohnten eine Woche in einem Airbnb und suchten sich dann eine Wohnung. Je nach Ausstattung liegen die Mietkosten meist zwischen etwa 250 und 400 Euro pro Person und Monat. In vielen Apartments ist zudem ein Reinigungsservice inklusive. Ich selbst habe in einem Studio-Apartment gewohnt und hatte zusätzlich sogar einen Wäscheservice, was den Alltag noch angenehmer gemacht hat.

 

Uni und Campus: Wie hat dir die Uni gefallen? Wie waren die Kurse, die du belegt hast? Was hast du sonst auf dem Campus unternommen? Hast du Tipps, wie man am besten andere Studierende kennenlernt?

Die Uni hat mir sehr gut gefallen. Besonders beeindruckt hat mich die hervorragende Organisation. Für nahezu jedes Anliegen gibt es eine zuständige Ansprechperson – sei es bei Fragen zum Visum, zu organisatorischen Themen oder zur IT. Die digitalen Systeme der Universität sind modern, übersichtlich und leicht zu bedienen, sodass man sich schnell zurechtfindet.
Auch der Campus hat mich begeistert. Er erinnert in vielen Bereichen an einen modernen amerikanischen Universitätscampus. Der Zugang erfolgt ausschließlich mit der Studierendenkarte und alle Gebäude sind modern ausgestattet und vollständig klimatisiert. Auf dem Campus gibt es eine große Bibliothek, mehrere Food Courts sowie zahlreiche Cafés und Smoothie-Bars. Das Essensangebot ist sehr abwechslungsreich und gleichzeitig preiswert – für wenige Euro bekommt man ein richtig gutes Gericht.
Auch das Sportangebot ist außergewöhnlich. Es gibt unter anderem ein Fußballfeld, mehrere Tennisplätze, Volleyballfelder, eine Sporthalle und ein kleines Gym. Beim Besuch des Gyms werden Handtücher für das Training und zum Duschen bereitgestellt. Darüber hinaus bietet die Universität zahlreiche Sport- und Freizeitkurse an – von Tennis, Fußball und Tischtennis über MMA bis hin zu kreativen Angeboten wie Fashion-Kursen. Ich selbst habe regelmäßig Tennis und Fußball auf dem Campus gespielt.
Die Lehrveranstaltungen haben mir ebenfalls gut gefallen. Die Dozierenden waren jederzeit hilfsbereit und offen für Fragen. Auch die vietnamesischen Studierenden waren sehr freundlich, wenn auch anfangs etwas zurückhaltender als ich es aus Deutschland gewohnt war. 
Inhaltlich empfand ich die Kurse insgesamt als etwas leichter als an meiner Heimathochschule. Ich habe meine Kurse so gewählt, dass sie statt einer klassischen Abschlussklausur überwiegend aus Essays, Präsentationen und anderen schriftlichen Abgaben bestanden. Gute Noten zu erreichen erfordert dennoch kontinuierliche Arbeit und Engagement, allerdings haben meines Wissens alle Austauschstudierenden ihre Kurse erfolgreich bestanden.
Neue Kontakte zu knüpfen war ausgesprochen einfach. Bereits mehrere Wochen vor Semesterbeginn wurde eine große WhatsApp-Gruppe für alle internationalen Studierenden eingerichtet. Zusätzlich erhielt jede Austauschstudentin und jeder Austauschstudent einen sogenannten Buddy – eine einheimische Ansprechperson. Dadurch hatte ich bereits vor meiner Anreise erste Kontakte.
Zu Beginn des Semesters fand außerdem eine Orientation Week statt. Dort wurden die Universität, das Land und alle wichtigen organisatorischen Themen vorgestellt. Gleichzeitig bot die Veranstaltung eine ideale Gelegenheit, andere internationale Studierende kennenzulernen. Auch über die WhatsApp-Gruppe wurden regelmäßig gemeinsame Aktivitäten organisiert, sodass man sehr schnell Anschluss fand. 

Stadt und Umgebung: Wie hat dir deine Studienstadt gefallen? Erzähle von deinen Reisen am Wochenende oder in der Semester Break.

Ho-Chi-Minh-Stadt ist eine sehr lebendige und pulsierende Metropole. Die Stadt ist laut, voller Menschen und Verkehr und nicht überall besonders sauber, bietet dafür aber unglaublich viele Möglichkeiten, seine Freizeit zu gestalten. 
Gefallen haben mir die Restaurants und Streetfood-Stände, an denen man für wenig Geld hervorragend essen kann. Ich habe während meines Aufenthalts sehr viele verschiedene Gerichte ausprobiert und hatte dabei nie gesundheitliche Probleme. Durch das allgemein niedrige Preisniveau kann man sich auch im Alltag deutlich mehr leisten als in Deutschland.
Neben dem vielfältigen gastronomischen Angebot gibt es viele Einkaufsmöglichkeiten, schöne Parks sowie zahlreiche Sport- und Freizeitangebote, beispielsweise Padel-Anlagen oder Fitnessstudios. Auch das Nachtleben ist abwechslungsreich, sodass sowohl unter der Woche als auch am Wochenende immer etwas geboten ist.
Ein großer Vorteil des Studiums an der RMIT war mein Stundenplan. Ich hatte meine Präsenzveranstaltungen ausschließlich dienstags und mittwochs sowie einige kurze Online-Vorlesungen zu Beginn der Woche. Dadurch konnte ich viele verlängerte Wochenenden zum Reisen nutzen. Häufig bin ich direkt nach meiner letzten Vorlesung am Mittwoch zum Flughafen gefahren und in ein anderes Land geflogen.
Während meines Auslandssemesters konnte ich unter anderem Malaysia, Thailand, die Philippinen, Südkorea und China bereisen. Auch innerhalb Vietnams war ich viel unterwegs. Das Reisen ist dort unkompliziert und vergleichsweise günstig. Über Plattformen wie 12Go Asia lassen sich beispielsweise Sleeper-Busse für etwa 5 bis 15 Euro buchen, mit denen man bequem über Nacht in andere Städte fahren kann. Auch Inlandsflüge sind preiswert und machen spontane Wochenendtrips problemlos möglich.
Ein besonderes Highlight war für mich die Insel Phu Quoc. Sie ist von Ho-Chi-Minh-Stadt in etwa eineinhalb bis zwei Stunden mit dem Flugzeug erreichbar und bietet wunderschöne Strände, eine entspannte Atmosphäre und die perfekte Möglichkeit, dem Trubel der Großstadt für ein paar Tage zu entfliehen.
Zum Studieren kann ich Ho-Chi-Minh-Stadt definitiv empfehlen. Beachten sollte man aber das tropische Klima. Während meines Aufenthalts von Februar bis Juni waren die Temperaturen zwar hoch, aber gut auszuhalten. Ab Juni wurde es deutlich wechselhafter und vor allem wesentlich schwüler. Hinzu kamen regelmäßige, teils heftige Regenschauer und Gewitter, die zum tropischen Klima dazugehören. 

 

 

Fazit: Erzähle uns von den Erfahrungen, die du in deinem Auslandssemester gemacht hast und wie es dich in deiner persönlichen Entwicklung weiter gebracht hat.

Mein Auslandssemester hat sowohl meine akademischen als auch meine persönlichen Erwartungen erfüllt. Das Studium an der RMIT war anspruchsvoll und sehr praxisnah, wodurch ich viele neue Perspektiven auf Management, Teamarbeit und Problemlösung gewinnen konnte. Gleichzeitig hat mich das Leben in Vietnam auch persönlich stark geprägt.Der Austausch mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen hat meinen Blick auf viele Dinge erweitert und mir mehr Offenheit, Gelassenheit und Selbstständigkeit vermittelt. Durch das Leben in einem neuen Umfeld habe ich gelernt, mich schneller auf ungewohnte Situationen einzulassen und neuen Herausforderungen mit mehr Vertrauen zu begegnen.Besonders wertvoll waren für mich die vielen Begegnungen mit internationalen Studierenden sowie die gemeinsamen Erlebnisse während des Semesters. Diese Erfahrungen haben mir gezeigt, wie bereichernd interkultureller Austausch sein kann. Insgesamt war das Auslandssemester eine prägende Zeit, die mich sowohl fachlich als auch persönlich weiterentwickelt hat und mir viele unvergessliche Erinnerungen mitgegeben hat. 
 

Fazit: Erzähle uns von den Erfahrungen, die du in deinem Auslandssemester gemacht hast und wie es dich in deiner persönlichen Entwicklung weiter gebracht hat. 

Mein Auslandssemester war eine der besten Erfahrungen, die ich bisher machen durfte. Ich habe nicht nur die vietnamesische Kultur kennengelernt, sondern durch die vielen internationalen Studierenden auch Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern getroffen. Dadurch habe ich viele neue Freundschaften geschlossen und Einblicke in verschiedene Kulturen erhalten.
Persönlich hat mich das Semester in vielerlei Hinsicht weitergebracht. Zum ersten Mal für mehrere Monate im Ausland zu leben, hat mich selbstständiger und offener gemacht. Gleichzeitig konnte ich meine Englischkenntnisse im Alltag und im Studium deutlich verbessern. Auch der Austausch mit Menschen aus aller Welt hat meinen Horizont erweitert und mir viele neue Perspektiven eröffnet.
Rückblickend würde ich jedem empfehlen, die Möglichkeit eines Auslandssemesters zu nutzen. 
Die RMIT kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. Die ausgezeichnete Organisation und die ideale Lage für Reisen in Südostasien machen sie zu einer hervorragenden Wahl für ein Auslandssemester. Insgesamt war diese Zeit für mich eine der prägendsten und schönsten Erfahrungen meines bisherigen Lebens. 
 

Sonstiges: Hast du uns noch mehr zu berichten? Wir freuen uns über jede Story.

Ein Hinweis für zukünftige Studierende ist jedoch, dass es sich bei der RMIT um eine private Universität handelt. Die Studiengebühren liegen für ein Semester bei etwa 4.000 Euro und sollten bei der Planung entsprechend berücksichtigt werden.