22.01.2026
Erfahrungsbericht von Maren zum Auslandssemester an der CSULB
Maren war 2025 mit dem GOmerica!n Dream Stipendium für ein Auslandssemester an der California State University Long Beach "Die meisten Erfahrungen, die ich in Long Beach gesammelt habe, waren positiv. Besonders im Studium habe ich viel dazugelernt. Die unterschiedlichen Lehrmethoden und vor allem das kontinuierliche Arbeiten mit regelmäßigen Abgaben, Quizzen und Midterms haben mir sehr zugesagt. Dieses System nimmt viel Druck von der finalen Klausur und man muss den Stoff nicht am Ende 'auf Krampf' lernen, sondern setzt sich kontinuierlich damit auseinander. Sehr prägend war für mich auch der Kontakt mit anderen Studierenden. Nicht nur mit den amerikanischen, sondern auch mit den anderen Internationals."

Universität im Ausland: California State University Long Beach
Universität in Deutschland: Hochschul Emden/Leer
Studiengang in Deutschland: Maschinenbau
Belegte Kurse im Auslandssemester:
- MAE 205 Computer Methods in Mechanical & Aerospace Engineering
- MAE 365 Aerospace Structures
- HRM 360 Organizational Behavior
- MGTM 300 Principles of Management & Organizations
- GEOG 450 Sustainability & Social Justice through Social Action
Vorbereitung: Erzähle uns von der Vorbereitung deines Auslandsstudiums
Dass es für mich in die USA gehen sollte, stand schon lange fest. Die Kombination aus beeindruckender Natur, spannenden Städten und der amerikanischen Campus-Kultur hat mich von Anfang an angesprochen und gereizt.
Zunächst hatte ich Partnerhochschulen meiner eigenen Hochschule im Blick, war davon aber noch nicht vollständig überzeugt. Durch einen Flyer des International Office bin ich dann auf die GOstralia!-GOmerica!-Messe in Köln aufmerksam geworden und habe mich eher spontan für einen Besuch entschieden. Im Nachhinein war das definitiv die richtige Entscheidung. Dort konnte ich meine Auswahl an möglichen Universitäten deutlich erweitern und mir ein viel besseres Bild machen. Bei der anschließenden Recherche wurde schnell klar, dass die California State University Long Beach (CSULB) sehr gut zu meinen Vorstellungen passt. Überzeugt haben mich vor allem das Kursangebot, der große Campus, das vielfältige Sportangebot und die unmittelbare Nähe zum Meer. Nach Rücksprache mit dem International Office meiner Hochschule und der Klärung der Kursanerkennung habe ich mich mit Unterstützung von GOstralia!-GOmerica! beworben. Der Bewerbungsprozess war dank der guten Betreuung sehr strukturiert und übersichtlich, sodass ich mich gut begleitet gefühlt habe. Nach einiger Zeit kam dann die Zusage.
Danach ging die Vorbereitung erst richtig los. Dazu gehörten unter anderem die Visumsbeantragung, das Organisieren von Impfungen und Versicherungen, die Flugbuchung, das Einrichten des Uni-Accounts sowie die Wohnungssuche. Besonders herausfordernd war es, eine passende und bezahlbare Unterkunft zu finden, was am Ende aber glücklicherweise geklappt hat. Rückblickend war die Vorbereitung auf mein Auslandssemester zwar zeitintensiv. Und im Endeffekt ist durch den gesamten Prozess meine Vorfreude nur noch größer geworden.
Uni und Campus: Wie hat dir die Uni gefallen? Wie waren die Kurse, die du belegt hast? Was hast du sonst auf dem Campus unternommen? Hast du Tipps, wie man am besten andere Studierende kennenlernt?
Die California State University Long Beach hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Der Campus ist groß, grün, schön gestaltet und sehr lebendig. Es gab viele Aktionen direkt auf dem Campus, zum Beispiel ein Winter Wonderland, bei dem Schnee erzeugt wurde und man Kekse dekorieren konnte, oder einen kleinen Jahrmarkt mit Fahrgeschäften.
Mit meinen Kursen war ich ebenfalls sehr zufrieden. Durch die Vielfalt meiner Kurse hatte ich unterschiedliche Lernmethoden: klassische Vorlesungen, Vorlesungen mit viel Interaktion und Gruppenaufgaben, reine Projekt- und Gruppenarbeiten sowie Laborveranstaltungen, in denen wir an Computern gearbeitet und das Gelernte direkt praktisch umgesetzt haben. Diese Abwechslung fand ich sehr schön, da es nie langweilig wurde.
Die Professor*innen, die ich hatte, waren alle sehr freundlich, offen und engagiert. Sie haben sich wirklich um die Studierenden gekümmert, Fragen ernst genommen und waren jederzeit ansprechbar.
Ein absolutes Highlight auf dem Campus war für mich das Student Recreation and Wellness Center (SRWC). Es ist extrem gut ausgestattet, mit einem großen Gym auf zwei Etagen, einem Pool, einer Kletterwand und vielen weiteren Sportmöglichkeiten wie Basketball, Volleyball oder Tennis.
Ein kleiner Nachteil war allerdings, dass während meines Aufenthalts Umbauarbeiten stattfanden und ein Teil des Campus, inklusive eines beliebten Treffpunkts für Studierende, geschlossen war (voraussichtlich noch bis 2028).
Trotzdem gab es genügend andere Möglichkeiten, um neue Leute kennenzulernen. Ich kann besonders empfehlen, Clubs beizutreten. Die CSULB bietet für fast jedes Interesse einen passenden Club. Von fachbezogenen Organisationen wie der Society of Women Engineers über Second-Hand- und Vintage-Clubs bis hin zu Sportclubs. Auch die vielen On-Campus-Events, wie Armbänder basteln oder Kürbisse bemalen, sind tolle Gelegenheiten, um mit anderen Studierenden ins Gespräch zu kommen.
Stadt und Umgebung: Wie hat dir deine Studienstadt gefallen? Erzähle von deinen Reisen am Wochenende oder in der Semester Break.
Für mich ist Long Beach eine sehr schöne Studienstadt. Es ist keine klassische Metropole mit tausend Wolkenkratzern, sondern eher eine entspanntere Küstenstadt mit ein paar Hochhäusern aber auch süße Wohnvierteln. Es gibt dort tolle Parks, Strand, Malls und eine große Auswahl an richtig guten Cafés.
Ein großer Pluspunkt ist definitiv die Lage. Von der Uni aus ist man in weniger als 20 Minuten mit dem Fahrrad am Strand, was den Studienalltag enorm aufwertet, weil man nach Vorlesungen einfach kurz ans Wasser fahren oder dort lernen konnte.
Außerdem eignet sich Long Beach perfekt als Ausgangspunkt für Tages- und Wochenendtrips. Los Angeles ist mit der Metro in etwa einer Stunde erreichbar, und auch Strände wie Huntington Beach, Newport Beach oder Santa Monica liegen ganz in der Nähe. Besonders empfehlen kann ich die Küste südlich von Long Beach entlang der sogenannten Crystal Coast Line, mit wunderschönen Klippen und Stränden, die vor allem bei den kalifornischen Sonnenuntergängen überzeugen.
In der Semesterpause Ende November habe ich eine längere Reise in den Norden Kaliforniens unternommen. Meine Stopps waren San Francisco, Santa Cruz und Santa Clara, also ein kleiner Städtetrip mit sehr unterschiedlichen Eindrücken. Thanksgiving habe ich anschließend mit meiner Gastfamilie in San Diego verbracht und dort das amerikanische Fest gefeiert.
Auch für Naturliebhaber bietet die Umgebung viele Möglichkeiten. Neben Küstenwanderungen, zum Beispiel entlang der Crystal Coast, sind auch National Parks wie der Yosemite National Park oder der Sequoia National Forest gut erreichbar. Zusätzlich organisiert das Student Recreation and Wellness Center der Uni regelmäßig Wanderungen und Campingtrips am Wochenende, die ich nur empfehlen kann.
Fazit: Erzähle uns von den Erfahrungen, die du in deinem Auslandssemester gemacht hast und wie es dich in deiner persönlichen Entwicklung weiter gebracht hat.
Die meisten Erfahrungen, die ich in Long Beach gesammelt habe, waren positiv. Besonders im Studium habe ich viel dazugelernt. Die unterschiedlichen Lehrmethoden und vor allem das kontinuierliche Arbeiten mit regelmäßigen Abgaben, Quizzen und Midterms haben mir sehr zugesagt. Dieses System nimmt viel Druck von der finalen Klausur und man muss den Stoff nicht am Ende „auf Krampf“ lernen, sondern setzt sich kontinuierlich damit auseinander.
Sehr prägend war für mich auch der Kontakt mit anderen Studierenden. Nicht nur mit den amerikanischen, sondern auch mit den anderen Internationals. Zum einen hab ich dadurch neue, andere Perspektiven und Arbeitsweisen kennengelernt. Beispielsweise bin ich eine eher strukturierte Person, die alles plant, während amerikanische Studierende eher spontaner gearbeitet haben. Teilweise wurden Dinge ohne klaren Plan angegangen, was mich unruhig gemacht hat aber gleichzeitig war ich auch beeindruckt, wie flexibel und selbstbewusst damit umgangen wurde. Präsentationen wurden teilweise erst 10 Minuten vorher vorbereitet und trotzdem sehr überzeugend umgesetzt. Davon hab ich viel lernen können und habe gemerkt, dass es nicht immer nur einen „richtigen“ Weg gibt. Zum Anderen habe ich durch den Austausch auch viel über mich selbst gelernt, da man in einem neuen Umfeld von anderen Menschen ganz neu wahrgenommen wird. Das war besonders interessant, da ich im Studienalltag in Deutschland eher in einem festen Umfeld bin und wenig neue Leute kennenlerne.
Was ich ebenfalls im Auslandssemester wieder gemerkt habe ist, dass ich nach wie vor eine eher introvertierte Person bin und es mir nicht immer leichtfällt, auf fremde Menschen zuzugehen. Neue Kontakte zu knüpfen war teilweise herausfordernd und lief nicht so mühelos wie bei anderen. Am Ende hat es aber trotzdem funktioniert, und ich habe meinen eigenen Weg gefunden und hab ein paar neue Freunde gefunden :)
Auch wenn das Leben in einem fremden Land mit einer anderen Kultur anfangs herausfordernd war, habe ich schnell gemerkt, dass ich mich gut anpassen kann. Rückblickend bin ich ein bisschen erstaunt, wie gut ich das alles gemeistert habe und wie viel ich aus dieser Zeit für mich mitnehmen konnte.












