13.07.2026
Erfahrungsbericht von Lukas zum Auslandssemester an der University of Sydney
Lukas war 2026 für ein Auslandssemester an der University of Sydney. "Insgesamt war das Auslandssemester in Sydney eine wirklich tolle Erfahrung – fachlich wie persönlich. Ein Auslandssemester gibt einem die Möglichkeit, ein ganz anderes universitäres Umfeld kennenzulernen, aber auch Sydney und den australischen Kontinent zu bereisen."

Universität im Ausland: University of Sydney
Universität in Deutschland: Universität Bayreuth
Studiengang in Deutschland: Jura
Belegte Kurse im Auslandssemester:
- Philosophy of Criminal Law
- The Rule of Law and its Value
- Exploring Sydney
Vorbereitung: Erzähle uns von der Vorbereitung deines Auslandssemesters und warum du dich für deine Uni entschieden hast
Die University of Sydney („USYD“) ist eine von fünf großen Unis in Syndey. Wer unbedingt nach Syndey möchte, aber an der USYD keine passenden Kurse findet, sollte auf jeden Fall auch die Kursangebote der anderen Unis checken. Mich haben letztlich der gute Ruf, die zentrale Lage nahe der Innenstadt und das umfassende Kursangebot der Sydney Law School dazu bewogen, mich an der USYD zu bewerben. Kein Beweggrund, aber mindestens ein Highlight der USYD ist auch das altehrwürdige Quadrangle Building, in dessen Great Hall man zu Beginn des Semesters begrüßt wird. Daran sieht man: Die USYD ist nicht nur die älteste Uni in Sydney, sondern sogar die älteste in ganz Australien. Außerdem ist die USYD eine Campus-Uni (mit einigen Außenstandorten, bspw. für Medizin oder Tiermedizin), wobei der Campus allerdings auch sehr weit-läufig ist und sich über die beiden Stadteile Chippendale und Camperdown erstreckt.
Die USYD war vor diesem Hintergrund also nicht alternativlos, weshalb ein entscheidender Faktor bei der Vorbereitung auf das Auslandssemester das Kursangebot war. Die USYD stellt Interessierten eine umfassende und übersichtliche Kursliste zur Verfügung, die alle Kurse auflistet, die Study Abroad Studierende belegen können. Das ist zwar (insbesondere für Jurakurse der Law School) keinesfalls eine Garantie, dass man alle Kurse letztlich auch wirklich belegen kann, aber die darin gelisteten Kurse werden auf jeden Fall angeboten und stehen ausländischen Studierenden grundsätzlich offen.
Parallel zur Kurswahl standen natürlich auch klassische organisatorische Belange auf der To Do-Liste: das Visum (Student Visa oder Working Holiday Visa; letzteres ist deutlich günstiger, kommt aber nur infrage, wenn man nur ein Semester in Sydney studieren möchte), die Wohnungssuche (off campus) oder Wohnheimbewerbung (on campus) und Flugbuchung.

Uni und Campus: Wie hat dir die Uni gefallen? Wie waren die Kurse, die du belegt hast? Was hast du sonst auf dem Campus unternommen? Hast du Tipps, wie man am besten andere Studierende kennenlernt?
Mir persönlich hat die USYD wirklich gut gefallen – insbesondere das ikonische Quadrangle Building war selbst nach mehreren Monaten noch immer ein Hingucker, wenn man über den Campus lief. Auch wenn ich mit meiner Kurswahl sehr zufrieden war (ich hatte nur an zwei Tagen Uni und am Ende des Semesters keine Klausuren, sondern nur Final Essays), gibt es einen kleinen Minuspunkt (jedenfalls gilt dies für die Law School): auch wenn das Kursangebot der Law School wirklich groß ist, ist der Einschreibeprozess ziemlich umständlich und viele Kurse sind bereits voll, bevor man als internationaler Student überhaupt die Möglichkeit hatte, sich einzuschreiben. Trotz der langen Liste an Law Units (in Australien: Unit = Kurs, course = Studiengang) blieben mir so am Ende nur etwas mehr als eine Hand voll Kurse übrig, die ich tatsächlich belegen hätte können. Da ich glücklicherweise keine Vorgaben meiner Heimatuni hatte und auch keine Leistungen mehr für mein Studium in Deutschland erbringen musste, habe ich deshalb nur zwei Jurakurse belegt und mich als dritten Kurs in „Exploring Sydney“ eingeschrieben. Diese Unit ist offen gestanden minimaler Aufwand (der Kurs besteht aus drei open-book Online-Quizzen, einem Ausflug in oder um Sydney sowie einem kurzen Bericht über diesen Ausflug). Wer also so wenig wie möglich Zeit ins Studieren investieren und lieber Reisen oder mehr Zeit am Strand verbringen möchte, für den ist „Exploring Sydney“ die richtige Wahl.
Stadt und Umgebung: Wie hat dir deine Studienstadt gefallen? Erzähle von deinen Reisen am Wochenende oder in der Semester Break.
Syndey ist definitiv eine coole Stadt und es gibt wirklich einiges, was man in und um Sydney während des Semesters machen kann – vom Sydney Opera House und der Harbour Bridge rund um Circular Quay, die regelmäßigen Feuerwerke am Darling Harbour an den Wochenenden im Sommer bis hin zu Coastal Walks entlang der Strände in Sydney. Auch regelmäßige Fahrten mit der Fähre von Circular Quay zu Manly Beach oder Watsons Bay sind Klassiker, die sich gerade an Wochenenden anbieten, da das tägliche Limit für öffentliche Verkehrsmittel bei unter 10 AUD liegt: Erreicht man also nach einigen Fahrten diesen Weekend Cap, so kosten alle Fahrten, die darüber liegen nichts mehr. Wochentags liegt dieser Cap bei ungefähr 20 AUD.
Zwei Dinge sollte man über Sydney jedoch auch wissen: Nachdem ich ein Semester in Kalifornien studiert hatte und nur einen einzigen Regentag erlebt habe, bevor ich nach Sydney kam, hatte mich das Wetter in Sydney durchaus überrascht. Man kann sich zwar auch in Sydney auf intensive Sonne freuen, muss sich aber – auch im Sommer – auf regelmäßigen (teils heftigen) Regen einstellen. Zum Zweiten habe ich auch die Größe Sydneys unterschätzt: Die Stadt ist wirklich gigantisch und die Vorstellung, Bondi Beach oder das Opera House seien direkt um die Ecke, erwies sich schnell als falsch. So dauerte die Busfahrt von meiner Wohnung in Uni-Nähe nach Bondi fast eine Stunde.
Fazit: Erzähle uns von den Erfahrungen, die du in deinem Auslandssemester gemacht hast und wie es dich in deiner persönlichen Entwicklung weiter gebracht hat.
Für Wochenendreisen oder Reisen während der Ferien gibt es unzählige Möglichkeiten: Inlandsflüge sind in Australien oft sehr erschwinglich, aber auch für Roadtrips mit dem Mietwagen ist Sydney ein guter Ausgangspunkt. Während ich für Reisen nach Western Australia, South Australia, Tasmanien und ins Northern Territory wegen der extrem weiten Distanz eher zum Flugzeug raten würde, kann man Jervis Bay, Canberra (durch die Southern Highlands oder entlang der Küste) oder sogar Melbourne (Victoria), Byron Bay, Gold Coast oder Brisbane (Queensland) durchaus mit dem Auto oder Camper erreichen.
Und wenn man weniger weit reisen möchte, kann man auch um Sydney viele Ausflüge machen. Der absolute Klassiker sind die Blue Mountains, die man von Sydney aus in unter zwei Stunden mit dem Zug (und an Wochenenden dank des Weekend Caps sehr günstig) erreicht. Darüber hinaus haben wir auch mehrere Trips nach Newcastle (nördlich von Sydney) und nach Jervis Bay und Canberra (südlich von Sydney) gemacht. Auf dem Weg nach Jervis Bay bzw. nach Canberra liegen die Seacliff Bridge, der Royal National Park (Kängurus und tolle Strände!) und die Fitzroy Falls in den Southern Highlands, die man auf der Fahrt durchquert.
Insgesamt war das Auslandssemester in Sydney eine wirklich tolle Erfahrung – fachlich wie persönlich. Ein Auslandssemester gibt einem die Möglichkeit, ein ganz anderes universitäres Umfeld kennenzulernen, aber auch Sydney und den australischen Kontinent zu bereisen, was meiner Meinung nach definitiv auch ein wichtiger Teil der Gesamterfahrung ist, um das Land und seine Kultur, Natur und Geschichte besser kennenzulernen.
Sonstiges: Hast du uns noch mehr zu berichten? Wir freuen uns über jede Story.
Da ich in Australien viele Inlandsflüge gemacht habe, möchte ich einen Insider-Tipp für Flug-reisen während des Semesters teilen: Die Fahrt zum Flughafen (SYD) mit der Bahn ist extrem überteuert (über 25 AUD pro Fahrt), da zusätzlich zum Fahrpreis eine Station Access Gebühr für die Stationen „Domestic Airport“ und „International Airport“ erhoben wird. Deshalb lohnt es sich, vom Airport aus mit dem Bus erst bis nach Mascot zu fahren und von Mascot aus mit der Bahn weiterzufahren (bzw. hinwärts nur bis nach Mascot mit der Bahn und von Mascot aus dem Bus weiter zum Airport). Das dauert nur ein paar Minuten länger, spart aber gut 20 AUD pro Fahrt zum Flughafen.





