26.11.2025

Linas Erfahrungsbericht zum Auslandssemester an der Auckland University of Technology

Die letzten beiden Wochen meines Auslandssemesters habe ich noch einmal genutzt, um Wellington und die Südinsel Neuseelands zu bereisen. Von der Hauptstadt Neuseelands aus habe ich die Fähre nach Picton genommen. Dort ging es dann mit dem Bus weiter nach Nelson. In der Kleinstadt war gerade ein Kunstfestival mit richtig gutem Streetfood. Samstags findet hier zudem ein sehr guter Farmer's Market statt, den ich nur empfehlen kann. Von Nelson aus ging meine Reise weiter nach Franz Josef, wo ich das Glück hatte, den Gletscher bei strahlendem Sonnenschein sehen zu können. Danach war ich in Wanaka und Queenstown und habe eine Fährfahrt durch den Milford Sound gemacht. Anschließend ging es weiter zum Mount Cook - hier bietet die Wanderung zu den Sealy Tarns eine tolle Aussicht auf den höhsten Berg Neuseelands. Von dort aus bin ich noch zum Lake Tekapo gefahren, wo derzeitig Lupinensaision war. Zum Schluss habe ich mir noch den Arthur's Pass Nationalpark angeschaut und bin anschließend von Christchurch zurück nach Auckland geflogen. Hier kann ich den Riverside Street Food Market für gute internationale Küche sehr empfehlen! 

Wie lief deine Vorbereitung und warum hast du dich für die AUT entschieden? 

Seit meinem ersten Unitag wusste ich, dass ich ein Auslandssemester machen möchte - und Neuseeland stand schon ewig auf meiner Bucketlist. Als Malin von GOstralia!-GOmerica an meiner Uni einen Vortrag gehalten hat, wurde mir klar, dass es auch eine Möglichkeit ist, das Auslandssemester mit der Unterstützung von GOstralia!-GOmerica! selbst zu organisieren (die AUT war leider keine Partneruniversität von der EUF). Die Semesterzeiten der AUT haben perfekt in meinen Studienplan gepasst, die Uni bot interessante Kurse, die auch in Deutschland anerkannt wurden und hat mich durch den modernen City Campus überzeugt. Der Bewerbungsprozess lief dank GOstralia! unkompliziert und stressfrei.

Wie waren deine ersten Tage in Auckland?

Ich bin bewusst ein paar Tage vor der Orientation Week angekommen, um den Jetlag ein wenig abzufangen. Meine ersten Tage habe ich zwischen Mission Bay, St. Heliers und dem Mount Eden verbracht, um mir schonmal einen groben Überblick über die Stadt zu schaffen, in der ich die nächsten 4,5 Monate leben würde. Während der Orientation gab es ein Māori-Powhiri, Infos zu Canvas, Kurswahl und dem Unileben und ich habe direkt viele Internationals kennengelernt, die später meine Reisegruppe wurden.

Wie hast du gewohnt und würdest du diese Wohnform wieder wählen?

Ich habe mich für eine Gastfamilie entschieden, weil ich damit schon in meinem Auslandsjahr in Kanada sehr gute Erfahrungen gemacht hatte. Mein Zimmer lag in einem ruhigen Wohnviertel, nur wenige Minuten vom Meer entfernt. Der einzige Nachteil waren die rund 30 Minuten Fahrt zur Uni - das würde ich beim nächsten Mal wahrscheinlich verkürzen. Insgesamt war es aber eine tolle Möglichkeit, in die lokale Kultur einzutauchen.


Wie hast du deinen Alltag und das Studium erlebt?

Ich hatte von montags bis mittwochs meine Kurse an der Uni, was super war, da ich dadurch genug Zeit am Wochenende hatte, um das Land zu erkunden. Die Kurse waren sehr gut strukturiert, bereits vor Vorlesungsstart hatten wir in der AUT App und über Canvas die Möglichkeit, alle relevanten Informationen einzusehen. Meistens hatte ich dann eine Vorlesung und im Anschluss noch ein Seminar zum Kurs. Zudem durfte keine Note mehr als 50 Prozent meiner Endnote ausmachen, weshalb die Prüfungsleistungen sehr verteilt über das Semester eingebaut waren und ich dadurch am Ende des Semesters deutlich weniger Stress hatte, als in Deutschland. Generell waren die Dozenten sehr freundlich und hilfsbereit, sodass ich immer nachfragen konnte, wenn ich irgendwo nicht weiter wusste. Auf dem Campus hatten wir ab und zu auch Veranstaltungen extra für die Internationalen Studierenden, wo wir beispielsweise einen Pavlova Design Wettbewerb gemacht haben. Dort habe ich auch den Großteil meiner Freundesgruppe kennengelernt, da man im „gleichen Boot“ saß und ungefähr ähnliche Ziele für die Zeit während des Semesters hatte. Ansonsten ist der Campus sehr modern – neben vielen Orten zum lernen und arbeiten, gibt es ein Fitnessstudio und mehrere Cafes sowie eine Bar. Neben dem Studium habe ich allerdings auch genug Zeit gehabt, um mit Freunden Foodspots in der Stadt auszuprobieren und an den Wochenenden ein Auto zu mieten und dann die Insel zu erkunden.

Was waren die schönsten Reiseziele während des Semesters?

Neben meiner Reise zum Schluss des Semesters war ich hauptsächlich auf der Nordinsel unterwegs. An den Wochenende haben wir uns gemeinsam oft ein Auto gemietet und sind dann an verschiedene Orte gefahren: von Rotorua bis nach New Plymouth, von dem Tongariro Nationalpark bis zum Cape Reinga im Norden haben wir super viel von der Natur sehen können. Besonders empfehlen kann ich auch einen Ausflug nach Waiheke Island sowie nach Raglan und zur Coromandel Halbinsel. Meine Mid Semester Break habe ich genutzt, um nach Australien an die Ostküste zu fliegen und aufgrund der geografischen Nähe nach Fidschi. Beide Orte fand ich wunderschön und würde jedem empfehlen, die Chance am anderen Ende der Welt zu sein zu nutzen und die Länder in dem Teil der Erde auch anzuschauen.

Mein Resümee zu meinem Auslandssemester? Jederzeit wieder!

Ich bin unfassbar dankbar, dass ich ein Semester in Neuseeland verbringen durfte – die Natur ist wunderschön, die Menschen sind sehr freundlich und offen und die Uni ist modern ausgestattet. Durch das Unileben konnte ich sehr viele neue Leute aus den unterschiedlichsten Ländern kennenlernen, was ich als sehr bereichernd empfand. Die Organisation des Aufenthalts war dank der Unterstützung und Checklisten von GOstralia!-GOmerica! auch super unkompliziert, was diesen Teil deutlich vereinfacht hat. 

Was ich wieder genauso machen würde? 

Auf jeden Fall so viel wie möglich auch neben der Uni unterwegs sein. Das macht den Aufenthalt umso besonderer und hat mir besonders in den Wintermonaten einige Highlights eingebracht. 

Was ich anders machen würde? 

Ich würde mir eine Unterkunft suchen, die etwas näher an der Uni ist. Zwar wusste ich vorher, dass ich pendeln müsste, was auch in Ordnung war, allerdings können die täglichen 40 Minuten hin und zurück manchmal ganz schön anstrengend sein – besonders, wenn man nachts noch nach Hause fahren will (und auch wenn das Haus meiner Gastfamilie eine tolle Lage in der Nähe des Strandes und Parks hatte). Außerdem musste ich relativ zeitnah nach dem Semester wieder zurück in Deutschland sein – wenn man nach dem Semester noch die Zeit und die Möglichkeit hat, würde ich in jedem Fall empfehlen, diese unbedingt zu nutzen, um einen Zwischenstopp einzulegen oder weitere Länder in der Region zu erkunden.

Meine finalen Tipps für zukünftige Studierende: 

  •  Kläre frühzeitig die Kursanrechnung. 
  • Kaufe dir eine AT Hop Card für die Öffis direkt am Flughafen – mit der Bahn kommt man so am günstigsten in die Stadt.
  • Nutze die Orientierungsveranstaltungen der Uni – ich habe hier nicht nur Infos über den Ablauf und die Programme bekommen, sondern auch einen Gutschein des Uni-Stores gewonnen.
  • Besuche die Events für internationale Studierende – hier lernt man am schnellsten Leute kennen, die in derselben Situation sind. 
  • Trau dich, deine Komfortzone zu verlassen, sei offen und sprich Leute aktiv an. 
  • Schaue dir die Clubs, Sportprogramme und Aktivitäten der Uni an – teilweise wurden hier coole Surfveranstaltungen angeboten, die deutlich günstiger sind als wenn man sie privat organisiert.
  • Plane am besten früher als später, wie du die Mid Semester Break verbringen möchtest.