31.07.2025
Erfahrungsbericht von John zum Auslandssemester an der University of Technology Sydney
John war 2025 für ein Auslandssemester an der University of Technology Sydney in Australien. "Rückblickend war die Zeit in Sydney und Australien die vielleicht beste Zeit in meinem Leben. Ich habe mich sowohl akademisch, als auch als Person weiterentwickelt und mein Englisch ist besser geworden. Ich habe sehr viele Leute aus der ganzen Welt kennenlernen dürfen, verschiedenste Erfahrungen gemacht, Outdoor und Nightlife genossen und würde jederzeit zurückkommen."

Universität im Ausland: University of Technology Sydney
Universität in Deutschland: Hasso-Plattner-Institut
Studiengang in Deutschland: IT
Belegte Kurse im Auslandsemester:
- Cloud Computing & Software as a Service
- IT Operation Management
- IT & Finance
Vor dem Studium
Die Vorbereitung begann ungefähr ein Jahr vor Studienbeginn. Meine Wahl fiel auf die UTS, da es sich um eine der angesehensten und modernsten Universitäten in Australien handelt und sie im Herzen von Sydney liegt. Nach einigem Hin und Her mit meiner Home-Universität entschied ich mich, das Auslandssemester über die Agentur GOstralia-GOmerica! zu organisieren. Die Vorbereitung und Kommunikation haben sehr gut funktioniert und den Bewerbungsprozess sehr erleichtert.
Neben der Bewerbung an der UTS musste ich mich um die Anrechnung der Kurse, potenzielle Stipendien, Beurlaubung für ein Semester und das Visum kümmern. Da mir kaum noch Kurse für meinen Bachelor fehlen, war ich nicht auf die Anrechnung angewiesen und nach etwas Hin und Her wurde mir ein Teil der Kurse genehmigt.
Weil ich große Lust hatte, Australien für längere Zeit zu bereisen, und ein einzelnes Auslandssemester nicht sehr gut in meinen Bachelorstudiengang passt, entschied ich mich, ein ganzes Jahr zu pausieren und bereits im Oktober nach Australien zu fliegen. Aus diesem Grund habe ich das Work-and-Holiday-Visum beantragt, welches mir einen Aufenthalt von 12 Monaten und mir gleichzeitig eine Studienerlaubnis ermöglichte. Die Bestätigung war sehr schnell da, also hieß es: Flüge buchen und los! Erst am Flughafen erhielt ich schließlich die Bestätigung, dass ich für die UTS angenommen wurde - Glück gehabt.
Der Flug ging von Hamburg über Katar und Bali nach Darwin - ein ungewöhnlicher Ort, um zu starten - im tropischen Norden Australiens und weit abgelegen. Von dort startete meine 4-monatige Reise nach Sydney. Ich fuhr mit dem Auto von Darwin die Westküste runter nach Perth, über den Süden nach Melbourne und von dort nach Sydney. Eine eindrucksvolle Reise mit zahlreichen Erlebnissen, wunderschöner Natur und unzähligen Erfahrungen. Falls jemand diese Strecke bereisen will - einige Highlights entlang der Strecke waren Broome, Karijini NP, Exmouth, Esperance, Melbourne und viele weitere sehenswerte Orte. Später nach dem Studium bin ich mit einigen Freunden noch die Ostküste bis nach Cairns hochgefahren, was nochmals eine andere Seite Australiens gezeigt hat.
Ankunft
Am 25. Januar kam ich in Sydney an. Ich hatte das große Glück, einen Platz im UTS-Housing Yura Mudang zu bekommen. Somit war ich direkt im Stadtzentrum von Sydney und konnte mir vor allem den Stress der Wohnungssuche ersparen. Bei der Bewerbung muss man sehr schnell sein und etwas Glück haben. Viele Studierende haben sich Minuten nach Bewerbungsstart beworben und dennoch keinen Platz gekriegt. Nach einigen Tagen im Hostel konnte ich in ein kleines Ein-Zimmer-Apartment einziehen mit Küche und Bad - alles, was man braucht. Für die ersten Wochen wurden sehr viele Events angeboten, sowohl von der UTS in der Orientation Week, Active UTS, die Events für Studierende organisieren, als auch Yura Mudang - dem Wohnheim. Auf diese Weise habe ich sehr viele Leute kennengelernt, von denen ich einige mittlerweile zu sehr guten Freunden zähle.
Studieren an der UTS
Von einer Vielzahl von Kursen, die die UTS anbietet, wählte ich Cloud Computing & Software as a Service, IT Operation Management und IT & Finance, da ich dieses Semester auch als Chance gesehen habe, mich in weniger technischen, aber extrem relevanten Bereichen weiterzubilden. Rückblickend bin ich sehr zufrieden mit der Wahl der Kurse. Ich bekam einen guten Überblick und eine gute Einführung in die verschiedenen Bereiche.
Ich hatte keine Klausuren, sondern 3 Assignments pro Kurs, die sich über das Semester verteilen und letztlich die Note ausmachen. Die Assignments bestanden größtenteils aus Reports und Analysen und 2 praktischen Projekten in CC & SaaS. Das Studium an der UTS war inhaltlich im Vergleich zum Studium in Deutschland nicht besonders schwer. Dennoch nimmt das Studium Zeit in Anspruch - es gibt einiges an Material, was vor jeder Vorlesung gelesen werden soll, und die Assignments waren bei mir zwar nicht schwer, aber um sehr gute Noten zu erreichen, musste ich dennoch viel Zeit investieren... Da ich jedoch nur 3 Kurse gemacht habe, hatte ich nie wirklich Probleme, Deadlines zu erreichen.
Womit ich eine eher schlechte Erfahrung gemacht habe, waren die Gruppenarbeiten. Ungefähr die Hälfte aller Assignments waren Gruppenarbeiten, und in fast jeder Gruppe gab es Beteiligte, die wenig beigetragen oder qualitativ nicht meinen Erwartungen entsprochen haben.
Generell unterscheidet sich das Studium etwas von dem Studium in Deutschland. Es gibt Pre-Readings vor jeder Vorlesung, dann die Vorlesung selbst, die bei mir alle online war, und dann ein Tutorial in Person. Anwesenheit war bei mir nicht verlangt - in anderen Kursen war das aber durchaus üblich. Es wird viel Wert auf wissenschaftliches Arbeiten gelegt und die Noten setzen sich aus vielen verschiedenen Leistungen zusammen. Man sollte sich vorher also anschauen, welche Leistungen zu erbringen sind.
Sonst gibt es eine sehr große Anzahl an Clubs und Societies an der UTS. Ich bin zu Beginn dem Outdoor- und Tauch-Club beigetreten. Rückblickend war ich bei weniger Events und Clubtreffen, als ich ursprünglich gehofft hatte, aber die Angebote waren sehr gut.
Leben in Sydney
Generell ist Sydney eine großartige Stadt. Neben dem Zentrum und den ikonischen Wahrzeichen ist es nicht weit zu einer Vielzahl von Stränden zum Surfen oder Sonnen. Die Blue Mountains sind 2,5 h mit dem Zug entfernt und bieten beeindruckende Wanderungen. Wem das zu weit ist, kann zum näher gelegenen Royal National Park oder einen der vielen Coastal Walks machen. Darüber hinaus gibt es eine tolle Food-Scene (Sushi ist deutlich günstiger :) ) und verschiedenste Viertel zu erkunden. Oft hört man, das Nachtleben in Sydney sei nicht besonders spannend. Dem würde ich nur sehr bedingt zustimmen. Es gibt vielleicht weniger Clubs, vor allem weniger große Clubs als in vielen europäischen Städten oder auch Melbourne, tatsächlich gibt es fast jeden Tag Gelegenheiten auszugehen, wenn man möchte - und es gibt immer wieder neue Clubs und Bars zum Ausprobieren.
Kostenübersicht
Dann eine kurze Einschätzung bezüglich der Kosten. Da ich sehr viel gereist bin, kann ich schwer die genauen Kosten für ein Semester sagen, aber ich werde versuchen, die größten Kosten zu nennen. Das Work-and-Holiday-Visa liegt bei ~400 €. Der Flug nach Australien ist abhängig von der Zeit der Buchung. Bei mir war der Hinflug ca. 900€ – Rückflug noch nicht gebucht zum jetzigen Zeitpunkt. Da ich Study-Abroad-Student war, musste ich Studiengebühren selbst zahlen. Für 3 Kurse, also 18 CP, liegen die Gebühren bei $8.460 AUD (4.758€). Durch den UTS Excellence Award habe ich noch $1.000 AUD Ermäßigung bekommen. Die Kosten für Student Housing lagen für das Small Studio bei $10.281 AUD (~5.800€). Die WGs sind nochmal etwas günstiger und je weiter man sich vom Stadtzentrum entfernt, desto günstigere Wohnungen lassen sich finden. Die Lebenshaltungskosten sind generell etwas höher als in Deutschland, wobei Essen gehen generell etwas günstiger ist. Die meisten Kosten kommen durch Reisen, Touren und Events zustande. Auch Drinks in Clubs werden auf Dauer teuer. Jeder sollte sich also gut überlegen, was man in Australien vorhat, um die Kosten realistisch einschätzen zu können.
Fazit
Rückblickend war die Zeit in Sydney und Australien die vielleicht beste Zeit in meinem Leben. Ich habe mich sowohl akademisch, als auch als Person weiterentwickelt und mein Englisch ist besser geworden. Ich habe sehr viele Leute aus der ganzen Welt kennenlernen dürfen, verschiedenste Erfahrungen gemacht, Outdoor und Nightlife genossen und würde jederzeit zurückkommen.





