26.08.2022

Janas Erfahrungsbericht zum Auslandssemester an der Swinburne University of Technology

Jana hat in den vergangenen Monaten in ihren Blogbeiträgen bereits viel von ihrer Zeit in Australien und ihrem Auslandssemester an der Swinburne University berichtet. Nun hat sie ihre Erlebnisse noch mal in einem Erfahrungsbericht zusammengefasst. "Melbourne war die erste Großstadt, in der ich mich aufgehalten habe, die ich nicht als solche wahrgenommen habe."

Universität im Ausland: Swinburne University of Technology

Studiengang: Marketing Management

Belegte Kurse im Auslandssemester:

  • Business of Media
  • Introduction to Nutrition
  • Applied Social Psychology

Vorbereitung: Erzähle uns von der Vorbereitung deines Auslandsstudiums

Bereits im Januar 2021 habe ich mit der Bewerbung für eines der GOstralia!-Jubiläumsstipendien begonnen und mich ursprünglich für das Sommersemester 2021/2022 beworben. Kurz bevor ich die Bewerbung einreichen wollte, kam die enttäuschende Nachricht, dass die Grenzen weiterhin geschlossen bleiben und die Stipendienvergabe versucht werden würde, auf das darauffolgende Semester zu verschieben. Da ein Auslandssemester Pflicht an meiner Uni ist, ging es für mich dann nach Spanien für ein Semester. Natürlich war es immer noch mein Traum nach Australien zu gehen, aber es war lange Zeit alles sehr ungewiss, wegen der Grenzschließung und der Chance auf das Vollstipendium. Im Dezember 2021 in Spanien erhielt ich dann völlig unerwartet die Zusage für das Stipendium an der Swinburne University. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Nach dem Auslandssemester in Spanien hatte ich also genau zwei Wochen Zeit, um in Deutschland einiges zu organisieren und neu zu packen, bis es Mitte Februar direkt weiter nach Melbourne ging. Viel Zeit zur Vorbereitung blieb mir also nicht.

Die Beantragung des Visums verlief aber relativ schnell. Bei dem Ausfüllen der ganzen Online-Dokumente war mir nicht immer alles klar, aber ein paar Anrufe später bei GOstralia! konnte ich dann meinen Visumsantrag einreichen und es hat nur wenige Minuten gedauert, bis mir das Visum genehmigt wurde, wie ein automatischer Prozess. Allerdings hat es bei Freunden von mir auch mehrere Wochen gedauert, bis der Antrag genehmigt wurde… Da mir nicht viel Zeit blieb, war ich sehr erleichtert, dass alles so reibungslos ablief.
Die Overseas Health Insurance ist Pflicht, um als Student:in einreisen zu dürfen, diese habe ich bei Medibank abgeschlossen, so wie es auch die Uni empfohlen hat. Die zweite Covid-19 Impfung war Pflicht, um nach Australien einreisen zu dürfen. Andere spezielle Impfungen wurden nicht für die Einreise benötigt. Vor Ort in Melbourne habe ich mich nach ein paar Wochen boostern lassen, was sehr unkompliziert abgelaufen ist.
Einer der Gründe, weshalb ich mich für ein Leben am Campus entschieden habe, war definitiv, dass ich es alles von Deutschland aus problemlos organisieren konnte und es mir ein entspannteres Gefühl gegeben hat, nach 22 Stunden Flug zur anderen Seite der Welt, bereits im Vorhinein zu wissen, wo ich wohnen werde.

 

Uni und Campus: Wie hat dir die Uni gefallen? Wie waren die Kurse, die du belegt hast? Was hast du sonst auf dem Campus unternommen? Hast du Tipps, wie man am besten andere Studierende kennenlernt?     

Universität:

Wegen des vorherigen Auslandssemesters in Spanien und den sehr unerwarteten zwei Auslandssemestern hintereinander, konnte ich mir nicht alle Credits der australischen Universität an meiner Heimat-Uni anrechnen lassen, was auch der Grund dafür war, an der Swinburne in anderen Bereichen Kurse zu wählen, die entweder weitläufiger mit meinem Grundstudium in Verbindung zu bringen waren oder auch meinen ganz persönlichen Interessen entsprochen haben.
In Australien ist es üblich 3 oder 4 Kurse zu wählen, um einiges weniger als in Deutschland oder den Niederlanden. Ich habe drei Kurse belegt.
Die Unterrichtszeit am Campus war begrenzt.
Pro Kurs hatte ich jeweils zwei Stunden die Woche am Campus, sogenannte Tutorials: Interaktiver Unterricht in welchem Diskussionen und Gruppenarbeiten stattgefunden haben und die Lektüren und Infomaterialien der Woche besprochen wurden, die eigenständig vor dem jeweiligen Tutorial zu Hause erarbeitet werden sollten. Außerdem waren alle Vorlesungen auf Video aufgenommen und sollten daher auch vor dem Tutorial angeschaut werden.
Das bedeutete, dass sehr viel Eigeninitiative verlangt wurde, da der Großteil der Kursmaterialien bei der Eigenverantwortung der Studierenden lag. Wie alles finde ich, hat diese Unterrichtsmethode seine Vor- und Nachteile. Ich konnte mir meine Lernzeit selbst einteilen, was definitiv ein Vorteil war, aber manchmal war das gar nicht so leicht bei dem Leben in so einer tollen Großstadt mit so vielen Möglichkeiten.. :D
Aber am Ende hat alles gut funktioniert!!

Hier an der Swinburne University besteht ein Semester aus 12 Wochen. Die Assignments finden während des Semesters statt. Bei drei Fächern hatte ich insgesamt 11 Prüfungen mit unterschiedlicher Gewichtung. Eine Prüfung hat 5% bis 60% der Gesamtnote ausgemacht. Die Prüfungen waren unterschiedlich: Video-Aufnahmen, Online-Quizze, Multiple-Choice-Prüfungen, Individual- und Gruppen-Berichte.
Da dieses das erste Semester nach der Grenzeröffnung war, befanden sich sehr wenige internationale Studierende an der Uni, weshalb ich in all meinen drei Kursen ausschließlich mit Australiern zusammen studierte. Es ist definitiv ein Unterschied in einem Kurs mit Internationals zu sitzen (wie in meinem Auslandssemster in Spanien) , die alle englisch sprechen oder in einem Raum voller Muttersprachler:innen. Ich habe meine Zeit gebraucht, um mich an das Englisch-Niveau und die Sprech-Geschwindigkeit zu gewöhnen. Ich musste mich immer noch mehr als normalerweise im Unterricht konzentrieren, um den Gesprächen folgen zu können, aber ich bin super glücklich darüber, von Australiern und Australierinnen umgeben gewesen zu sein und während des Unterrichts und in meiner Freizeit von ihnen gelernt zu haben.


Leben am Campus:

Ursprünglich habe ich von Deutschland aus ein Zimmer in einer 4-er WG gewählt. Die ersten paar Wochen waren wir auch zu viert. Nach ein paar Wochen haben jedoch zwei Mädels das Studium an der Swinburne abgebrochen, sodass ich nur noch mit einer anderen Mitbewohnerin in der WG gelebt habe, was allerdings auch sehr schön war, da wir uns von der ersten Begegnung an unglaublich gut verstanden haben und in dem vergangenen halben Jahr zu sehr engen Freundinnen geworden sind.
Die Zeit in der Residenz war supercool. Der Weg zu den Unterrichtsräumen am Morgen dauerte keine fünf Minuten, alle Leute, die ich kennengelernt habe wohnten direkt nebenan. Die Glenferrie Road, Hawthorn´s Hauptstraße würde ich sagen, welche nur 1-2 Gehminuten vom Campus entfernt liegt, bietet eine Auswahl an Supermärkten, Restaurants und Bars und vielen anderen Shops.
Ich kann es definitiv empfehlen am Campus zu wohnen. Ich konnte dadurch auch sehr schnell andere Studierende kennenlernen, auch weil regelmäßig kleine Events für die jeweiligen Residenz-Gebäude oder die einzelnen Etagen organisiert wurden.

 

Stadt und Umgebung: Wie hat dir deine Studienstadt gefallen? Erzähle von deinen Reisen am Wochenende oder in der Semester Break.     

Melbourne CBD:

Melbourne ist nicht umsonst die Nummer 1 Studienstadt. Ich glaube ich habe keinen Tag erlebt, an dem kein Event im CBD stattgefunden hat. Viele Events sind kostenlos und ansonsten gibt es häufig Rabatte für Studierende. Unzählige Food-Festivals, Musik-Festivals und Kunst Veranstaltungen zu allen Jahreszeiten. (Für detaillierte Beschreibungen zu den Events, die ich mit erlebt habe, schaut am besten in meine Blogposts hinein ;))

Abgesehen von den Events ist Melbourne die schönste Großstadt, die ich je gesehen habe. Das Gefühl ist schwer zu beschreiben. Da ich aus einem Dorf komme hatte ich Respekt in einer Großstadt zu leben und habe ich mich gefragt, ob es mir zu viel und zu laut sein würde, aber Melbourne war die erste Großstadt, in der ich mich aufgehalten habe, die ich nicht als solche wahrgenommen habe. Ich habe es als entspannt empfunden, durch die Stadt zu laufen, die Hochhäuser, die sich direkt am Fluss entlangstrecken und die ganzen wunderschönen Parkanlagen in der Stadt…

Strände Melbourne Umgebung:

Einige großartige Strände sind von Melbourne aus und auch von der Glenferrie Metro Station aus, die sich direkt am Campus befindet, ganz einfach zu erreichen:
Der wohl bekannteste Strand, Brighton Beach mit seinen kleinen bunten Häuschen, aber auch der Sandringham Beach oder Half Moon Bay. Am Sandringham Beach haben wir unzählige kleine Seesterne gesehen!! Mein Highlight war der Carrum Beach, zu dem man etwa eine Stunde mit der Metro fährt, es sieht aus wie im Paradis!

Ausflüge:

Es ist relativ schwierig ohne Auto, vor allem im Winter (wenn keine Touristensaison ist) mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Ausflüge innerhalb Victorias zu machen, da die Entfernungen einfach so groß sind. Wegen des Linksverkehres in Australien hatte ich persönlich kein gutes Gefühl ein Auto zu mieten, aber wer es sich zutraut, dem kann ich es empfehlen, um Ausflüge zu machen!! Zwei größere Ausflüge, die wir in Victoria trotzdem gemacht haben führten zum Mornington Peninsula Nationalpark und zu Phillip Island. Auf Philip Island konnten wir abends hunderte von kleinen Pinguinen beobachten, wie sie aus dem Meer gekommen, und zum inneren der Insel gewatschelt sind. Diesen Augenblick werde ich niemals vergessen, es war soo süß!!

Reisen:

Nach Ende des Semesters bin ich dann sechs Wochen lang die Ostküste Australiens mit einer Freundin, die ich an der Swinburne kennengelernt habe, entlang gereist. Wir sind nach Sydney geflogen und dann von Sydney bis nach Cairns mit dem Bus gefahren und haben auf diesem Weg an einigen wunderschönen Orten angehalten. Zu meinen Highlights gehörten definitiv unzählige Kängurus und einige Krokodile, die wir gesehen haben, alle Inseln (Whitsundays, Magnetic-, Fitzroy- und Green Island) auf denen wir uns aufgehalten haben und der Surfkurs, den wir belegt haben. Auch wenn man natürlich nach den ersten paar Stunden auf dem Surfboard jemals, nicht sehr viel erwarten kann, habe ich es geschafft ein paar mal auf dem Bord zu stehen, es war ein unglaubliches Gefühl und egal wie oft ich runtergefallen bin, es hat soo viel Spaß gemacht!!! Ich kann es jedem empfehlen, der das Meer und den Strand so liebt, wie ich.
(Für etwas ausführlichere Erzählungen und Tipps zu meiner Reise schaut euch gerne meinen 4. Blogpost an :))

 

Fazit: Erzähle uns von den Erfahrungen, die du in deinem Auslandssemester gemacht hast und wie es dich in deiner persönlichen Entwicklung weiter gebracht hat.     

Die Zeit in Australien zählt auf jeden Fall zu der besten Zeit meines Lebens! Seit einer Woche bin ich wieder zurück in Deutschland und ich kann es immer noch nicht fassen, wieeeee schnell das letzte halbe Jahr vergangen ist. Ich bin unfassbar dankbar, dass ich das GOstralia!-Stipendium erhalten habe, was mir diesen langersehnten Traum erfüllt hat, für die Möglichkeit an einer australischen Universität zu studieren, nach einigen WGs in Deutschland zum ersten Mal die Erfahrung machen zu dürfen direkt am Campus in einer WG zu leben, für die neuen Freundschaften, die ich geschlossen habe und die Möglichkeit in Australien zu reisen.
Aber auch über meine Babysitter Jobs bin ich sehr dankbar, die mir die Reise am Ende ermöglicht haben und mich das Leben von australischen Familien kennenlernen lassen haben. Die Zeit mit den Kindern hat mich immer sehr glücklich gemacht, sowie eine Familie, die ich besonders ins Herz geschlossen habe und hoffentlich irgendwann wiedersehen werde! <3 Ich hätte mir keinen schöneren Job neben dem Studium vorstellen können.
Ich konnte in den letzten Jahren, seitdem ich 15 Jahre alt war ein paar Auslandserfahrungen sammeln, doch Australien war definitiv der größte Step für mich. Ich war extrem nervös alleine ans andere Ende der Welt zu fliegen, aber ich liebe das Reisen so sehr und all die neuen Erfahrungen, die ich dabei jedes Mal sammle.
Damit hat meine persönliche Entwicklung in Australien damit begonnen, dass ich diese Reise gewagt habe, über meinen eigenen Schatten gesprungen bin und meine Komfort- Zone verlassen habe. Jede neue Situation in Australien hat mich wachsen lassen. Ich hatte keine deutschen Freunde vor Ort, weshalb ich das komplette Semester ausschließlich englisch gesprochen habe, ich wusste vorher nicht, mit wem ich in einer WG zusammenwohnen würde, Überraschung pur, … Im Endeffekt, alles war neu für mich und ich wusste nicht was mich erwarten würde.
Aber auch auf meinem akademischen Weg oder bezüglich meiner beruflichen Zukunft hat mir das letzte halbe Jahr sehr weiter geholfen. Ich wusste lange Zeit nicht wirklich, was ich am Ende mit meinem Marketing Bachelor machen möchte, doch während dieser Zeit in Australien ist mir ganz klar geworden, wie sehr ich das Reisen liebe, wie mich die Natur fasziniert und welche Neugierde neue Kulturen in mir hervorrufen und dass ich all das mit meinem Beruf in Verbindung bringen möchte und es mir aus diesem Grund sehr gut vorstellen kann, später im Bereich Destination Marketing für ein Land oder eine Stadt, die mich begeistert, zu arbeiten.

1.000 Dank an GOstralia! und meine Eltern, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre, ich werde diese Zeit niemals vergessen!

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