12.09.2025
Erfahrungsbericht von Charlotte zum Auslandssemester an der University of Auckland
Charlotte war 2025 für ein Auslandssemester als unsere Social-Media-Stipendiatin an der University of Auckland in Auckland, Neuseeland. "Unterm Strich war das Auslandssemester für mich nicht nur eine tolle Reise und spannende Studienzeit, sondern vor allem ein riesiger persönlicher Entwicklungsschritt. Ich bin entspannter, selbstbewusster und ein bisschen mutiger zurückgekommen und würde es jederzeit wieder machen."

Universität im Ausland: University of Auckland
Universität in Deutschland: Technische Hochschule Lübeck
Studiengang in Deutschland: Civil Engineering
Belegte Kurse im Auslandsemester:
- Water Resources Modelling
- Transport Safety and Mobility
- Water Resources Engineering
Vorbereitung: Erzähle uns von der Vorbereitung deines Auslandssemesters und warum du dich für deine Uni entschieden hast
Ich habe mich tatsächlich relativ spontan dazu entschieden ein Auslandssemester zu machen. Also die Idee war schon länger da, aber irgendwie habe ich mich zuerst nicht so richtig getraut. Dann habe ich durch Zufall eine Mail meiner Uni gelesen, wo über GOstralia!-GOmerica! informiert wurde. Und ich dachte mir "wenn nicht jetzt, wann dann?". Also habe ich einfach eine Email geschrieben und angefragt, welche Unis in den USA, Australien und Neuseeland bei meinem Studiengang infrage kämen. Ich habe super schnell eine Antwort bekommen und mir daraufhin dann eine Liste mit allen Pro- und Kontrapunkten der Unis erstellt. Meine Wahl fiel dann schließlich auf die University of Auckland in Neuseeland. Dabei hatten mich sowohl das Land, aber auch die Uni überzeugt. Das Land, weil es glaube ich keinen Ort gibt, wo man mehr abwechslungsreiche, atemberaubende und vielfältige Natur auf so einem verhältnismäßig kleinen Raum gibt. Und die Uni überzeugte mich nicht nur mit einem modernen Campus, sondern auch das Kursangebot (vor allem die Kurse aus dem Wasserbaubereich) klang super interessant. Zusätzlich gibt es auch ein tolles Angebot an Maori-Kursen. Leider habe ich es versäumt, einen davon zu belegen. Aber dadurch hat man die Möglichkeit nochmal tiefer in diese alte Kultur der Ureinwohner Neuseelands einzutauchen.
Uni und Campus: Wie hat dir die Uni gefallen? Wie waren die Kurse, die du belegt hast? Was hast du sonst auf dem Campus unternommen? Hast du Tipps, wie man am besten andere Studierende kennenlernt?
Die University of Auckland war einfach toll! Der Campus ist im Vergleich zu meiner kleinen Hochschule in Deutschland zwar deutlich größer, aber alles ist dicht beisammen und durch Schleichwege miteinander verbunden. Dabei kann man auch mal gut in ein Café stolpern oder sich bei dem vielfältigen Angebot an verschiedensten Food Spots durchprobieren. Der Campus setzt sich zusammen aus einem Mix aus sehr neuen, aber auch historischen Gebäuden. Dabei sind die Räume sehr gut ausgestattet. Nur Steckdosen sind in den Vorlesungsräumen Mangelware, also unbedingt ein Verlängerungskabel mitnehmen! Neben den klassischen Vorlesungsräumen gibt es an den verschiedensten Orten zusätzliche Study Areas. Mein Favorit dabei war das Engineering Building. Da hat man wirklich immer was gefunden, wenn man sich nicht gerade in die Bibliothek setzen wollte. Ansonsten mein Tipp für die Bibliothek: je weiter oben man sitzt, desto weniger Menschen sind da.
Auf dem Campus gibt es einiges zu entdecken und zu unternehmen. Ganz neu ist das Hiwa, das Gym der Uni. Es hat 7 Stockwerke und bietet alles was man sich nur wünschen kann. Schwimmbad, Saune, Squash courts, Gewichte, Cardio und Fitness Studios, Bouldering Wand, Sporthalle, Indoor und outdoor Laufstrecke und auch einen Outdoor Kunstrasenplatz, wo man zum Beispiel Tennis spielen kann. Man kann sich aussuchen, ob man lieber frei oder in angeleiteten Kursen trainieren möchte. Online gibt es ein riiiiiesiges Angebot an Kursen (Circuit, Pilates, Cycling...). Bis auf wenige Ausnahmen sind diese Kurse in der Gymmitgliedschaft enthalten. Außerdem gibt es zwischen den Sporträumen auch immer wieder unterschiedliche Studyareas. Das coole ist, wenn man in einem der Studierendenwohnheime untergebracht ist, ist der Zugang zum Hiwa in der Miete schon enthalten. Aber auch sonst gibt es tolle Rabatte für Studierende. Im selben Gebäude ist auch das Ora Café. Neben leckeren Heißgetränken (natürlich mit Studirabatt) gibt es hier auch tolle Snacks und es ist ein toller Ort um sich mit Freunden zu treffen. Neben dem Campus liegt der Albert Park. Man kann sich also zum Beispiel einen Eiskaffee im Ora holen und dann sich dann zum Kartenspielen und Sonnegenießen in den Park setzen. Große Empfehlung!
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass vor allem die Events am Anfang des Semesters super geeignet sind, um andere Studierende kennenzulernen. Da gibt es verschiedene Veranstaltungen der Uni, aber auch viele vom Wohnheim selbst. Und genau da lernt man oft besonders schnell neue Leute kennen – ein richtig spannender Mix aus Einheimischen und internationalen Studierenden. Generell haben Studierendenwohnheime in Deutschland meiner Erfahrung nach eher einen weniger guten Ruf. Mein Wohnheim in Auckland (Stuart McCutcheon House) war dagegen ein moderner Palast: super viele Gemeinschaftsflächen auch außerhalb der eigenen Wohnung – vom Music Room über Study Rooms im Erdgeschoss und auf jedem Stockwerk bis hin zum Sportplatz im Innenhof, einer Kino-Area, Billardtischen und sogar Tischkicker. Es war also echt einfach, dort Kontakte zu knüpfen und gemeinsam Zeit zu verbringen.
Am Anfang des Semesters gab es auch ein spezielles Māori-Wochenende, das wohl eine tolle Gelegenheit gewesen wäre, um tiefer in die Kultur einzutauchen. Leider konnte ich da nicht teilnehmen. Aber auch so habe ich direkt am ersten Tag der Einführungswoche viele Leute kennengelernt. Mein Tipp: Nehmt unbedingt an der Ersti-Rallye „Amazing Race“ teil. Dabei lernt man nicht nur die besten Leute kennen, sondern auch gleich den Campus.
Zusätzlich gibt es am Anfang des Semesters eine Messe auf dem Campus, wo sich alle Clubs der Uni vorstellen. Es gibt über 200 verschiedene Clubs, von Sportvereinen bis hin zu Theater- und Kulturclubs, da ist wirklich für jeden was dabei. Das bietet nicht nur die Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen, sondern auch auf tolle und gleichzeitig günstige Wochenendtrips zu gehen. Ich war zum Beispiel im Rockclimbing- und im Surf Club. Das Material (Kletterschuhe, Seile, Surfbretter etc.) wurde von den Clubs gestellt, und man musste eigentlich nur die Fahrt und das Essen bezahlen. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, und man trifft dabei auch viele einheimische Studierende, die man bei den International-Events sonst eher weniger sieht.
Stadt und Umgebung: Wie hat dir deine Studienstadt gefallen? Erzähle von deinen Reisen am Wochenende oder in der Semester Break.
Auckland ist eine tolle Studienstadt. Es gibt alles, was man braucht. Ein großer Campus mit einem großzügigen Angebot an Freizeitmöglichkeiten, gute Bars aber auch toller Ausgangspunkt für Ausflüge. Am Wochenende sind wir zum Beispiel einmal an den Hotwater Beach gefahren oder haben einen Trip nach Waiheke Island gemacht. Da sind wir mit Ebikes über die Insel gedüst und haben ein Weintasting genossen. Den nächsten Tag haben wir dann am Strand verbracht und die Sonne genossen. Einen Ausflug Richtung Süden zum Tongariro Alpine Crossing oder Hobbiton kann ich auch sehr empfehlen! Das Alpine Crossing ist ein Must-Do auf der Nordinsel und bietet eine unglaublich tolle Aussicht auf aktive Vulkanlandschaft. Wir haben direkt in der ersten Semesterwoche einen Mädelstrip dahin gemacht. Wir haben vor Ort in einem Hostel geschlafen und sind dann am nächsten Tag früh morgens um 6 los auf den Berg. Es war wirklich anstrengend, hat sich aber sowasvon gelohnt!! Auf dem Rückweg sind wir dann noch bei den örtlichen Glühwürmchen vorbei. Sehr magisch und ein toller Zwischenstop auf dem Weg zurück nach Auckland.
Die Midsemester Break war zwei Wochen lang und alle die ich kenne sind direkt los, Neuseeland erkunden. Wir sind mit nem Auto über die Nordinsel gefahren. In Rotorua haben wir geothermische Aktivitäten bestaunt, sind bei heißen Quellen baden gegangen, in Gollums Pool gesprungen und haben uns an der Westküste weg pusten lassen. Wir haben den Mount Taranaki erwandert und am nächsten Tag die Three Sisters bei Sonnenuntergang bestaunt. Neuseeland hat einfach so unglaublich viel zu bieten. So viel und vor allem so viele verschiedene atemberaubende Naturspektakel. Am besten man lässt sich etwas treiben und hält immer mal wieder an, wenn man etwas Schönes sieht. Und nicht vergessen, einfach mal genießen!
Fazit: Erzähle uns von den Erfahrungen, die du in deinem Auslandssemester gemacht hast und wie es dich in deiner persönlichen Entwicklung weiter gebracht hat.
Mein Auslandssemester in Neuseeland war ein riesiger Schritt raus aus meiner Komfortzone. Ich war vorher noch nie so lange und so weit von zu Hause weg. Am Anfang war das natürlich total aufregend, aber auch ein bisschen beängstigend. Trotzdem bin ich super froh und auch stolz, dass ich mich getraut habe. Es stimmt schon, was man oft hört: "Man wächst mit seinen Aufgaben." Ich bin in ein komplett fremdes Land geflogen, kannte dort niemanden und bin in ein riesiges Wohnheim gezogen ohne zu wissen, mit wem ich überhaupt zusammenwohnen werde. Aber genau das hat mir gezeigt, wie schnell man sich auf neue Situationen einstellen kann.
Ich habe gelernt, viel selbstständiger zu sein, offener auf Leute zuzugehen und einfach mal Dinge auszuprobieren, die ich mich vorher vielleicht nicht getraut hätte. Und auch wenn natürlich nicht immer alles glatt lief, habe ich aus genau diesen Momenten am meisten mitgenommen. Unterm Strich war das Auslandssemester für mich nicht nur eine tolle Reise und spannende Studienzeit, sondern vor allem ein riesiger persönlicher Entwicklungsschritt. Ich bin entspannter, selbstbewusster und ein bisschen mutiger zurückgekommen und würde es jederzeit wieder machen.
Sonstiges: Hast du uns noch mehr zu berichten? Wir freuen uns über jede Story.
Es gibt so viele tolle Neuseelandmomente von denen ich hier noch erzählen könnte aber zwei sind mir dabei vor allem im Gedächtnis geblieben. Der Erste war direkt an meinem Ankunftstag. Ich bin in Christchurch gelandet und anschließend mit meinem Freund, der mich die ersten Wochen begleitet hat, zu unserer Unterkunft gelaufen. Auf dem Weg dahin haben uns so viele Leute ihre Hilfe angeboten. Und schlussendlich hat sogar ein Auto neben uns angehalten und wir wurden von den Insassen gefragt, ob sie uns irgendwo hinfahren können. Ich habe mich selten so willkommen in einem Land gefühlt und die Offenheit von Menschen so wahrgenommen. Neuseeländer sind generell sehr sehr freundlich und das war einfach der perfekte Start um sich in diesem Land wohl zu fühlen.
Der andere Moment der mir gerade einfällt war am Ende meines Auslandsaufenthalts. Ich war mit einer Freundin auf einem Roadtrip und es war leider schon unser letzter Tag. Wir waren beim Mount Maunganui und wir wollten die Aussicht vom Gipfel des Berges bestaunen. Auf dem Weg hinauf konnten wir nicht nur die wunderschöne Landschaft bestaunen, sondern auch Delfine und Seerobben. Oben angekommen konnte man am Horizont dann sogar noch einen rauchenden Vulkan sehen. Das alles zusammen an einem Ort war einfach der Hammer!














