15.04.2026
Erfahrungsbericht von Charlotte zum Auslandssemester an der Bond University
Charlotte war 2025 für ein Auslandssemester an der Bond University an der Gold Coast: "Das Auslandssemester war wunderbar, und ich habe definitiv viel über mich selbst gelernt. Obwohl ich etwas älter bin als viele der Studienanfänger dort, habe ich schnell Anschluss gefunden."

Universität im Ausland: Bond University
Universität in Deutschland: Eberhard Karls Universität Tübingen
Studiengang in Deutschland: Communication und Film
Belegte Kurse im Auslandssemester:
- Foundations of Concent Creation
- Acting for Performance
- Media Strategies
- Screenwriting
Vorbereitung: Erzähle uns von der Vorbereitung deines Auslandssemesters und warum du dich für deine Uni entschieden hast.
Mein fester Plan war es, in meinem Master mit meiner Universität in die USA zu gehen. Ich hatte schon einen Platz, und dann kamen die Schwierigkeiten mit dem Visum dank Trumps Politik. Schweren Herzens habe ich meinen Platz abgesagt und zu dem Zeitpunkt nicht mehr damit gerechnet, ins Ausland gehen zu können. Dank meiner Koordinatorin habe ich die Mail von GOstralia!-GOmerica! weitergeleitet bekommen, dass einige australische Universitäten kurzfristig ihre Application Deadlines verschoben haben, um Studierenden wie mir einen „Plan B“ verschaffen zu können.
Ich musste mich sehr schnell entscheiden und hatte eine begrenzte Auswahl, daher ging meine Entscheidung sehr schnell. Ich habe mich sofort in das wunderbare Angebot und den Campus der Bond University verliebt. Die Angebote für mein Studienfach (zuhause Medienwissenschaft, dort Kommunikation und Film) waren groß und sehr interessant. Ich hatte allerdings auch den Vorteil, mir keine Kurse anrechnen lassen zu müssen, daher konnte ich frei wählen.
Uni und Campus: Wie hat dir die Uni gefallen? Wie waren die Kurse, die du belegt hast? Was hast du sonst auf dem Campus unternommen? Hast du Tipps, wie man am besten andere Studierende kennenlernt?
Bond University ist mit Abstand eine der besten Unis, mit der ich je zu tun hatte. Das lassen sie sich auch gut bezahlen – meine Tuition waren umgerechnet knapp 8.000 €. Dafür waren Umgang und Kommunikation mit Studierenden unglaublich, Dozierende immer interessiert und mit einem Lächeln im Gesicht.
Mein Screenwriting-Professor hat das Drehbuch für einen Film geschrieben, in dem Daniel Radcliffe mitgespielt hat. Wer das Geld hat: hier ist es gut investiert.
Der Campus war einer der primären Faktoren für mich, hier zu studieren. Ich wollte schon immer mal an einer richtigen Campus-Uni studieren, und das habe ich auf jeden Fall bekommen. Auch hier: Das Geld wird gut investiert, alle Bereiche des Campus sind wunderschön und gut gepflegt. Das Gym und der Pool sind nicht von dieser Welt und können von Studierenden kostenlos und zu fast allen Zeiten genutzt werden.
Ich hatte mich zu Beginn des Semesters bei vielen Clubs eingetragen und bin leider zu keinem einzigen gegangen. Einerseits, weil ich im ersten Monat viel krank war, andererseits, weil ich in meinem ersten Monat schon so viele Menschen kennengelernt habe und sozial komplett ausgelastet war. Studierende kennenzulernen ist absolut nicht schwer, besonders wenn man an der Orientation Week teilnimmt. Die ist so konzipiert, dass man mit vielen, vielen Menschen ins Gespräch kommt.
Was man wissen sollte: Im September-Semester sind kaum Australier an der Uni. Ich hatte, außer in meinen Filmkursen, kaum etwas mit Australiern zu tun. Meine Freunde waren primär Europäer, da vermischen sich die sozialen Kreise leider nicht so sehr. Wem das wichtig ist, sollte eventuell eine Uni mit weniger Internationals wählen.
Stadt und Umgebung: Wie hat dir deine Studienstadt gefallen? Erzähle von deinen Reisen am Wochenende oder in der Semester Break.
Ich bin ehrlich: Gold Coast war nicht besonders mein Fall. Die Stadt fühlt sich sehr amerikanisch an – viele Gated Communities, Malls, keine Innenstädte, schlechter ÖPNV (auch wenn super billig; für eine Fahrt mit Bus und Bahn bezahlt man 50 Cent). Sich ein Auto zu besorgen ist tatsächlich unerlässlich, wenn man von A nach B möchte. Trotzdem ist Gold Coast wunderschön: viele Strände in Reichweite, viel Grün und ein paar große Städte in der Nähe. Burleigh war mein liebster Stadtteil, weil ich den Strand dort sehr schön fand und es dort doch etwas wie eine Einkaufsstraße gibt, nicht nur eine große Mall.
Ich hatte das Glück, in Varsity Lakes mit Blick auf den See zu leben, etwa 15 Gehminuten von Bond entfernt. Ideale Lage und für nur 270 AUD pro Woche. Wie viel Glück ich damit hatte, wurde mir erst später bewusst. Fast alle meine Freunde haben mindestens 350 AUD pro Woche bezahlt. Meine Wohnung habe ich über Flatmates etwa einen Monat vor Anreise gefunden, was auch eher untypisch ist.
Der Nachteil: Tatsächlich hatten wir ein kleines Problem mit Huntsman-Spinnen, die wir häufiger im Bad und in meinem Zimmer gefunden haben. Daran musste ich mich erst gewöhnen und war zu Beginn schon sehr schockiert. Das passiert, aber sehr selten – ich kannte niemanden mit einem ähnlichen Problem wie mir.
Auch an ein paar Kakerlaken sollte man sich gewöhnen, die sind tatsächlich Standard in australischen Häusern. Es klingt aber schlimmer, als es ist; im Normalfall kümmern sich Vermieter um regelmäßige Pest Control.
In Varsity Lakes gab es einen Aldi, für den Rest musste man nach Robina in die Mall fahren. Mit dem Bus definitiv machbar, komisch war es für mich trotzdem, für eine Gesichtscreme den Weg auf mich zu nehmen.
Wir waren ein paar Mal in Brisbane und Byron Bay, beides nicht weit entfernt. Brisbane hat mir persönlich deutlich besser gefallen, da es viel alternativer war und nicht so „Influencer City“ wie Gold Coast. Mehr Städte habe ich leider nicht gesehen, weil ich aus persönlichen Gründen verfrüht abreisen musste, aber Melbourne und Sydney müssen beide wunderschön sein.
Mein absolutes Highlight waren zwei Nächte in O’Reilly’s Rainforest Retreat. Dort habe ich mit meinem Freund ohne WLAN in einem Safari-Zelt geschlafen, wir waren im Regenwald bis zu einem Wasserfall wandern, haben wunderbares Essen bekommen und eine Menge toller Tiere getroffen. Wer sich ein Auto organisieren kann und sich die abenteuerliche Fahrt über die Berge dorthin zutraut: auf jeden Fall machen!
Fazit: Erzähle uns von den Erfahrungen, die du in deinem Auslandssemester gemacht hast und wie es dich in deiner persönlichen Entwicklung weitergebracht hat.
Das Auslandssemester war wunderbar, und ich habe definitiv viel über mich selbst gelernt (zum Beispiel, dass ich die australische Sonne nicht gut vertrage, dafür aber das Meer dort liebe). Obwohl ich etwas älter bin als viele der Studienanfänger dort, habe ich schnell Anschluss gefunden.
Ich habe fachlich viel gelernt, da die Uni sehr praktisch arbeitet und ich habe meine Zeit an der Bond sehr geliebt.
Sonstiges: Hast du uns noch mehr zu berichten? Wir freuen uns über jede Story.
Wer Australien schon immer interessant fand, wird Goldie und die Bond lieben. Auch wenn ich selbst eher zufällig dort gelandet bin, habe ich die Strände und die Natur zu lieben gelernt. Sogar ins Meer bin ich ein paar Mal gegangen, nachdem ich meine Ängste überwunden habe. Vor den klassischen australischen Tieren müsst ihr keine Angst haben (das gefährlichste Tier dort ist wohl das Pferd, habe ich gehört: wegen exzellenter medizinischer Versorgung stirbt kaum jemand an Schlangen oder Spinnen), auch wenn ihr euch darauf vorbereiten solltet, ein paar davon zu treffen. Ihr werdet eine wunderbare Zeit haben, Australien ist wirklich ein tolles Land und Australier die freundlichsten Menschen überhaupt!







