17.04.2026
Erfahrungsbericht von Carolin zum Auslandssemester an der Hawai'i Pacific University
Carolin war 2025 für ein Auslandssemester an der Hawai'i Pacific University in den USA. "Es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte, mein Auslandssemester an der Hawai'i Pacific University zu verbringen. Ich werde es sehr vermissen, nicht mehr nur fünf Minuten zum Strand zu brauchen oder durch die Mall zu spazieren."

Universität im Ausland: Hawai'i Pacific University
Universität in Deutschland: Hochschule Albstadt-Sigmaringen
Studiengang in Deutschland: Smart Building Engineering and Management
Belegte Kurse im Auslandsemester:
- Business Finance
- Principle of Marketing
- Beginning Hawaiian I
- Introduction to Communication Skills
Vorbereitung: Erzähle uns von der Vorbereitung deines Auslandssemesters und warum du dich für deine Uni entschieden hast
Für mich war schon von Anfang an klar, dass ich mein Auslandssemester auf Hawai‘i verbringen möchte, da hier die Berge und Natur in perfektem Einklang mit Strand und Sonne existieren. Durch GOstralia!-GOmerica! bin ich auf die Hawai‘i Pacific University gestoßen, die durch ihre kleinen und persönlichen Kurse ein angenehmes Lernklima schafft.
Nach der Kontaktaufnahme und ersten Infos habe ich die aufkommende To-do-Liste abgearbeitet. Neben dem DAAD-Englischtest, der von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen angeboten wird, Leistungsnachweisen und Arztbesuchen, musste außerdem ein Financial Statement vorgelegt werden.
Als ich schließlich am 20.02.2025 meine Bewerbung an GOstralia!-GOmerica! abgeschickt hatte, übernahmen diese die weiteren Formalitäten. Am 08.03.2025 erhielt ich meine Zusage, über die ich mich riesig gefreut habe.
Der nächste Schritt nach der Annahme war die Beantragung des Visums. Anfang Mai war ich in München auf dem amerikanischen Konsulat und hatte wenige Tage später mein F1-Studentenvisum im Reisepass. Trotz der politischen Lage in den USA war ich dennoch optimistisch und freute mich sehr auf den bevorstehenden Lebensabschnitt.
Zur finanziellen Unterstützung bewarb ich mich für das HAW.International Stipendium, das GOmerica!n Dream Stipendium und für das PROMOS Stipendium, welches ich schlussendlich auch erhalten habe.
Durch die Social-Media Plattform Facebook, auf der viele internationale Studenten Wohnungen und Mitbewohner suchten, fand ich auch meine WG, mit der ich im Herzen von Waikiki lebte. Da ich früh mit meiner gesamten Bewerbung und auch der Wohnungssuche begonnen hatte, unterschrieb ich Ende April den Mietvertrag und hatte somit fast alles in trockenen Tüchern.
Anfang April habe ich auch schon meine Kurse gewählt, wobei ich mich für Business Finance, Principles of Marketing, Introduction to Communication Skills und Beginning Hawaiian entschieden habe.
Uni und Campus: Wie hat dir die Uni gefallen? Wie waren die Kurse, die du belegt hast? Was hast du sonst auf dem Campus unternommen? Hast du Tipps, wie man am besten andere Studierende kennenlernt?
Durch die Orientation-Days vor der ersten Vorlesungswoche wurden wir schnell mit anderen Studierenden connected und man fand schnell Freunde, mit denen man die nächsten Wochen und Monate verbrachte. Es waren nicht nur einheimische und amerikanische Studierende am Campus, sondern auch viele asiatische und europäische wie ich. In jedem meiner Kurse gab es deutsche Studenten, die man jederzeit fragen konnte, wenn man einmal nicht mitkam. Insgesamt empfand ich das amerikanische Studiensystem jedoch als weniger anspruchsvoll als das in Deutschland.
Ich hatte fast wöchentliche Abgaben, Quizze sowie weitere Assignments und Präsentationen. Auch für die Anwesenheit gab es Punkte, die in die Endnote flossen. Außerdem fanden nach 1,5 Monaten die Midterms statt und am Ende des Semesters die Finals. Ich empfand es als deutlich angenehmer, wenn nicht alles von der Endklausur abhing, sondern über das Semester hinweg mehrere Arbeiten erledigt werden mussten.
Die HPU hat keinen typisch amerikanischen Campus, sondern ist auf mehrere Standorte verteilt und auch deutlich kleiner. Meine Kurse fanden alle am Waterfront Plaza statt. Dieser besteht aus mehreren Gebäuden, in deren Mitte es Essenmöglichkeiten, Cafés und eine Sportbar gibt, was eine sehr entspannte Atmosphäre schafft. Dadurch, dass alles recht klein war und auch die Kurse zwischen 15 und 30 Studenten umfassten, war alles sehr angenehm und übersichtlich.
Ein weiterer Standort ist der Aloha Tower. Dort fanden unter anderem die Orientation-Days statt und die Studentenwohnheime lagen hier direkt am Wasser. Auch hier gab es wieder eine große Essensauswahl, Studyrooms sowie Bibliotheken und natürlich einen Merchandise Shop. Die Uni war grundsätzlich gut zu erreichen, da sie zu Beginn 30 Minuten mit dem Bus und später 15 Minuten entfernt war (neue Buslinie). Das Busticket war in der Unikarte enthalten, und selbst wenn die Karte mal nicht funktionierte, durfte man meist trotzdem kostenlos mitfahren und musste die 3$ pro Fahrt nicht bezahlen.
Die HPU hatte zwar kein Football Team, dafür aber ein Basketballteam, dessen Spiele wir fast wöchentlich besuchten und das Team anfeuerten. Dennoch hatten wir die Möglichkeit zum Footballspiel der University of Hawai’i zu gehen und das typische Collegeerlebnis mit Cheerleader und Bands mitzuerleben.
Stadt und Umgebung: Wie hat dir deine Studienstadt gefallen? Erzähle von deinen Reisen am Wochenende oder in der Semester Break.
Nach letzten Infoveranstaltungen ging es Mitte August dann endlich los und ich flog ca. 21 Stunden über Los Angeles nach Honolulu. An die 12 Stunden Zeitverschiebung und einige andere Dinge wie die Währung (USD) und das dauerhafte Englischsprechen musste ich mich erst gewöhnen.
Die Hawaiianer begegneten mir sehr offen und man führte bei jeder Gelegenheit Small Talk, wodurch man sehr schnell ins flüssige Englisch übergegangen ist. Durch unser Aussehen und unsere Aussprache konnte man erkennen, dass wir nicht von Hawai’i sind, wodurch viele Einwohner Interesse und Verständnis, sowie Hilfsbereitschaft aufbrachten, falls man etwas nicht verstanden hatte.
Die Sprache war von Anfang an meine größte Sorge, vor allem im Hinblick auf die Fachbegriffe an der Uni. Die Professoren waren jedoch sehr zuvorkommend und man konnte das meiste bereits zu Beginn verstehen. Falls dies einmal nicht der Fall war, gab es immer noch den Google Übersetzer, welcher schnell zu meinem besten Freund und Helfer wurde.
Da ich nur an vier Tage in der Woche Uni hatte, blieb sehr viel Zeit, um nicht nur die Insel O’ahu zu erkunden, sondern auch auf andere Inseln zu fliegen. Diese kann man innerhalb von etwa 30 Minuten erreichen. Ich war auf Moloka‘i, Maui, Kaua‘i und zweimal auf Big Island (Island of Hawai’i) und kann bis heute nicht sagen, welche meine Lieblingsinsel ist, da sie alle sehr unterschiedlich sind.
Die Natur auf Kaua‘i war besonders beeindruckend. Bei einem Helikopterflug über die Insel konnte ich die unberührte Landschaft von oben bestaunen. Vor allem die zahlreichen Wasserfälle, die sich durch die grünen Täler zogen und aus der Luft besonders gut sichtbar waren, hinterließen einen bleibenden Eindruck. Außerdem unternahmen wir eine Bootstour entlang der Nā Pali Coast, bei welcher wir sogar Delfine und Schildkröten beobachten konnten. Auf Big Island war der aktive Vulkan Kilauea ein absolutes Highlight, bei dem echte Lava zusehen war. Ein weiteres unvergessliches Erlebnis war das nächtliche Schnorcheln mit echten Mantarochen.
Maui war, ähnlich wie Kaua‘i, sehr grün, landschaftlich wunderschön und hat mich, trotz des Großbrandes vor zwei Jahren, sehr beeindruckt.
O’ahu ist die Inseln mit der Großstadt Honolulu, auf welcher man auf den verschiedenen Seiten zahlreiche Outdoor-Aktivitäten unternehmen konnte. Dazu zählten unter anderem Skydiven und das Schwimmen mit Haien, was beides sehr große Highlights waren, an die ich gerne zurückdenke. Wir haben bei verschiedenen Roadtrips die Insel erkundet, wobei wir die schönsten Sonnenauf- und -untergänge jemals erlebt haben.
Moloka‘i war die ruhigste Insel von allen. Man flog mit einem 8-Passagierflugzeug los und kam in einer Welt ohne Touristen an. Stattdessen prägten rote Sandboden, schöne Strände und Einheimische das Bild, welche einem die hawaiianische Kultur näherbrachten. Auf allen Inseln gibt es traumhafte Strände mit kristallklarem Wasser, die sich nicht nur zum Entspannen, sondern auch hervorragend zum Surfen eignen. Neben dem Surfen war auch das Wandern ein großer Bestandteil meiner Freizeit. Es gab sowohl anspruchsvolle Wanderungen, bei denen wir ungesichert eine meterhohe Felswand hinaufgeklettert sind, als auch normale Wanderungen, bei der man nur einem geraden Weg folgen musste. Viele dieser Wanderungen führen zudem zu beeindruckenden Wasserfällen, welche oft mitten im Dschungel liegen und die Natur Hawai’is noch einmal besonders eindrucksvoll erscheinen lassen.
Neben diesen Ausflügen und Abenteuern gab es aber auch Abende, bei denen wir in Bars und Clubs feierten, Essen in verschiedenen Restaurants testeten oder entspannte Spiele- und Filmabenden zu Hause in der WG verbrachten.
Fazit: Erzähle uns von den Erfahrungen, die du in deinem Auslandssemester gemacht hast und wie es dich in deiner persönlichen Entwicklung weiter gebracht hat.
Es war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte, mein Auslandssemester an der Hawai’i Pacific University zu verbringen. Die anfängliche Sprachbarriere verschwand schnell, und man konnte sich (fast) ungestört mit den unterschiedlichsten Menschen unterhalten und gewöhnte sich auch rasch an den Small Talk, den die Amerikaner so gerne führen.
Ich werde es sehr vermissen, nicht mehr nur fünf Minuten zum Strand zu brauchen oder durch die Mall zu spazieren. Ebenso werde ich die zahlreichen Roadtrips und Ausflüge mit Mietwägen vermissen, bei denen ich die teilweise etwas verwirrende Verkehrsregeln der USA kennenlernen durfte. Besonders fehlen werden mir die vielen neuen Menschen, die ich kennengelernt habe, aber auch der respektvolle und hilfsbereite Umgang der Hawaiianer.
Das Auslandssemester auf Hawai’i hat mir sehr dabei geholfen, eigenständiger zu werden. Allein für alles verantwortlich zu sein, sich selbst um Wohnung, Einkäufe, Wäsche und den Haushalt kümmern und das in einem fremden Land am anderen Ende der Welt, in das man nicht einfach mal kurz zurückfliegen kann, hat mich sowohl persönlich als akademisch stark weitergebracht.
Sonstiges: Hast du uns noch mehr zu berichten? Wir freuen uns über jede Story.
Auch wenn ich gelernt habe, dass Poke kein traditionelles hawaiianisches Essen ist, werde ich es trotzdem immer mit Hawaii verbinden. Besonders häufig habe ich es mit weißem Reis, Shrimps, Rainbow Sauce, Avocado und Gurken bei meinem Lieblingsladen Maguro Spot gegessen.
Außerdem sollte man unbedingt Shave Ice, sowie verschiedene Acai Bowls probieren, die sehr lecker sind und perfekt zum warmen Klima passen. Besonders angetan hatten es mir die Malasadas, vor allem die originalen Varianten sowie die mit Vanillefüllung, die ich wirklich geliebt habe. Trotz der vielen kulinarischen Highlights habe ich schwäbische Spätzle, Brot, Maultaschen und Döner zwischendurch dennoch sehr vermisst.






















