18.12.2025
Erfahrungsbericht von Andreas zum Auslandssemester an der Macquarie University
Andreas war 2025 für ein Auslandssemester an der Macquarie University. "Der Campus ist vermutlich mein Hauptargument für die Uni. Es gibt mehrere Uni-Cafés, bei denen man für 2-3 Euro verschiedensten Kaffee und Matcha bekommen kann, eine riesige Wiese inklusive eines Sees und eines Flusses. Der Campus ist insgesamt sehr großflächig und enthält auch ein Schwimmbad und Sportzentrum, das ist einfach ziemlich perfekt für mich. Zehn Minuten entfernt sind auch die Sportplätze. Hier habe ich z.B. Australian Football gespielt."

Universität im Ausland: Macqaurie University
Universität in Deutschland: LMU München
Studiengang in Deutschland: BWL
Belegte Kurse im Auslandssemester:
- Art of Negotiation (MGMT 3000)
- Introduction to Python Programming (MGMT3017)
- Managing Change in Organisations (FOSE1030)
Vorbereitung: Erzähle uns von der Vorbereitung deines Auslandssemesters und warum du dich für deine Uni entschieden hast
Zur Finanzierung des Auslandssemesters habe ich meine Wohnung in München untervermietet. Zusätzlich habe ich darauf geachtet, dass ich nur Kurse in Deutschland belege, bei denen ich auch die Klausur zeitlich noch mitschreiben kann, da sich die Semesterzeiten leicht überschneiden.
Für die Macquarie habe ich mich aufgrund der Beschreibung der Kurse sowie des wunderschönen Campus mit seinen vielen Möglichkeiten entschieden.
Uni und Campus: Wie hat dir die Uni gefallen? Wie waren die Kurse, die du belegt hast? Was hast du sonst auf dem Campus unternommen? Hast du Tipps, wie man am besten andere Studierende kennenlernt?
Hier möchte ich zuerst auf Freizeit und Lebensgefühl auf dem Campus eingehen. Ich hab den Campus geliebt mit seinen Sport- und Trainingsmöglichkeiten.
Ich bin des Weiteren dem Australian Football Club beigetreten und durfte neben den Trainings auch ein komplettes Spiel spielen. Außerdem sind der Pool sowie das Gym einfach herausragend. Die Trainer im Gym sind kompetent und nett und ich habe mich sogar mit Henry, einem der Trainer im Gym, gut angefreundet. Auch habe ich es sehr genossen, an den verschiedenen Klassen wie Yoga teilzunehmen, aber auch das regelmäßige Squashspielen mit einem deutschen Freund hat mir sehr gefallen. Der Campus ist des Weiteren einfach optisch total schön und gibt jemandem insbesondere im Frühling ein sehr schönes Lebensgefühl.
Es gibt an der Macquarie einen zentralen Ort, an dem es verschiedene Imbisse gibt (Sushi, Döner, Dumplings, mexikanisch und vieles mehr, aber auch Mikrowellen und Tische, um sein selbst mitgebrachtes Essen zu essen). Des Weiteren gibt es am Foodcourt eine UBAR, also eine Bar auf der Uni, bei der man Pizza, aber auch diverse alkoholische Getränke bekommt und Billard spielen kann. Insbesondere der Mexikaner und seine Burritos haben es mir hier angetan. Die Preise dieser Imbisse sind jedoch teurer als in die Mensa in Deutschland zu gehen. Eine Mensa, wie es sie in Deutschland oft gibt, gibt es nicht. Jedoch kostet es auch kein Vermögen ab und zu auf dem Foodcourt was zu essen, so kostet ein Burrito mit ausreichender Größe, um mich als 1,83 Mann satt zu machen, 14 AUD, also 7,80 €. Empfehlenswert ist es aber natürlich, sich oft von zu Hause was mitzunehmen, da sich ansonsten die Kosten schnell addieren.
Es gibt jedoch die Uni-eigenen Cafés, bei denen man für 2-3 € Kaffee, Matcha und Ähnliches bekommen kann. Hier war mein absoluter Lieblingsspot das Library Cafe.
Bezüglich der einzelnen Kurse:
Bei der Class-Wahl würde ich persönlich rückblickend noch etwas mehr darauf achten, wie schwierig es ist, in die einzelnen den Kursen zugrunde liegenden Studiengänge reinzukommen.
Gerade bei Managing Change in Organisations ist mir aufgefallen, dass das Leistungsbereitschaftsniveau meiner Kommilitonen sehr deutlich unter meinen Erwartungen lag und unter dem Leistungsniveau der Münchner BWL-Studenten lag. Dies ist natürlich besonders ärgerlich bei Gruppenarbeiten. Dies war in den anderen Fächern, wie Introduction to Python Programming als auch Art of Negotiation nicht der Fall. Grund dafür könnte sein, dass Managing Change in Organisations primär nur auf Management-Studenten abzielt, ein Fach, in welchem die Zugangsbeschränkungen an der Macquarie ziemlich gering sind im Vergleich zu z.B. Business Analytics (meine Kommilitonen in Introduction to Python). Also falls ihr ambitionierte Studenten seid, achtet darauf, dass ihr möglichst kompetitive Kurse belegt, um motivierte Peers zu haben. Hier eine kurze Übersicht zu meinen Kursen mit Pros und Kontras:
- Art of Negotiation (sehr empfehlenswert von der Lernkurve, aber tendenziell harte Benotung)
- Introduction to Python Programming (mega Tutoren, steile Lernkurve, absolutes Lieblingsfach)
- Managing Change in Organisations (schlechte Kursorganisation und unmotivierter Tutor, aber nicht zu schwere Benotung)
Wie lernt man also andere Studierende kennen: Ich habe meine Freunde einerseits über die O-Woche kennengelernt, andererseits über den Macquarie Finance Circle, also eine der vielen Studentenorganisationen. Sucht euch hier einfach einen oder zwei Clubs raus, die euch persönlich am meisten ansprechen. Viele meiner Freunde haben im Macquarie Village gelebt (380 AUD pro Woche) und dort haben sie einfach viele ihrer Freunde kennengelernt.
Stadt und Umgebung: Wie hat dir deine Studienstadt gefallen? Erzähle von deinen Reisen am Wochenende oder in der Semester Break.
Sydney und Australien sind definitiv nicht klein, daher sollte man einfach genug Zeit einplanen. Aber allein in und rund um Sydney gibt es viele schöne Orte wie die Blue Mountains, Manly und Bondi Beach, das Hunter Valley sowie im Süden Cronulla und für ein ganzes Wochenende Jervis Bay. Da ich direkt an der Metro gelebt habe, waren es für mich nur 2 U-Bahn-Stationen zur Uni und 5 direkt zum CBD mit seinen Hochhäusern, der Oper und der Harbour Bridge. Persönlich empfinde ich das Schöne an Sydney, dass so viel Natur innerhalb als auch außerhalb der Stadt zu finden ist. Es gibt mehrere kleine Nationalparks und viele Grünflächen innerhalb Sydneys und es ziehen sich mehrere große Flüsse und Meeresarme in die Stadt hinein. Allerdings gibt es auch sehr viele Autos und eine schlechte Infrastruktur zum Fahrradfahren.
Im Semester Break war ich in Neuseeland auf der Nordinsel, hier hat mich insbesondere die vulkanische Aktivität sehr begeistert. Die Natur ist dort teilweise wunderbar und sehr schön, jedoch wurden die meisten Wälder dort abgeholzt und heutzutage sieht man fast nur noch sehr dunkelgrüne Wiesen mit Schafen und Kühen drauf. Ich würde daher empfehlen, viel Zeit in den Nationalparks zu verbringen oder zumindest aus dieser extremen Abordnung das Learning mitzunehmen, dass der aktuell extrem hohe Konsum von tierischen Produkten Paradiese für die Tier- und Pflanzenwelt zerstört.
Fazit: Erzähle uns von den Erfahrungen, die du in deinem Auslandssemester gemacht hast und wie es dich in deiner persönlichen Entwicklung weiter gebracht hat.
Auf der einen Seite, habe ich viele verschiedene Menschen kennengelernt, mit verschiedensten Backgrounds. Ich verstehe besser, dass man tendenziell z.B. mit asiatischen Menschen zuerst etwas weniger direkt sein sollte, um seine Ziele zu erreichen, als z. B. mit Menschen aus dem Westen. Auch hat sich mein Sprachverständnis deutlich gebessert. Einerseits versteht man natürlich die Australier besser, aber andererseits auch die vielen Nicht-Nativ-Speaker aus Indien, China usw. Besonders hat es mir geholfen, dass meine 2 besten Freunde ein Australier und ein Amerikaner waren und ich so durch diese viel Englisch sprechen konnte.
Sonstiges: Hast du uns noch mehr zu berichten? Wir freuen uns über jede Story.
Um mir das Auslandssemester zu finanzieren, habe ich zusätzlich in Australien gearbeitet. Dies habe ich hier in Low-Skilled-Jobs wie z.B. Warehousing oder Barkeeping gemacht. Diese Jobs habe ich über die App Sidekicker bekommen. Wichtig ist, dass ihr, um arbeiten zu dürfen, einerseits eine Tax File Number braucht und andererseits für Jobs wie Barkeeping eine RSA (Responsible Service of Alcohol) benötigt. Bitte kümmert euch möglichst früh um diese Lizenz oder die Steuernummer, falls ihr arbeiten wollt. Generell sollte man auch wissen, dass es deutlich schwieriger ist, in Sydney einen regulären Low-Skilled-Job zu bekommen, wie z.B. im Café, da die Konkurrenz viel höher als in Deutschland ist.
Um euch finanziell noch ein besseren Überblick zu geben. Ich war jetzt hier in 2025 und habe mir einen Raum mit eigenem Bad in einer modernen Wohnung direkt in North Ryde an der Metro mit meiner Freundin geteilt. Zusätzlich hatten wir noch einen Mitbewohner, welcher ein eigenes Zimmer mit eigenem Bad hatte. Wir haben 550 AUD zu zweit pro Woche bezahlt, also 275 AUD pro Person pro Woche. Das ist vergleichsweise pro Person recht wenig in Sydney, verglichen mit meinen Kommilitonen.
Falls ihr sonst noch Fragen habt bezüglich meines Auslandssemesters, gerne auch wegen finanzieller Fragen, bitte scheut euch nicht und schreibt mir einfach eine Nachricht auf meine Mail, oder droppt mir einfach eine DM auf Instagram (andi.wittmann)












